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News+: "Abofallen"-Vorwürfe – und Reklame, die gegen Apples Regeln verstößt

Der neue Zeitschriftendienst macht es Nutzern in iOS 12.2 zu leicht, ein Probeabo abzuschließen. Zudem betreibt die Firma Werbung, die sie anderen verbietet.

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Schwupp – und schon ein Abo: Kaufablauf für Apple News+.

(Bild: Screenshots via The Verge)

Entwickler kritisieren Apples Vorgehensweise bei der Vermarktung seines neuen Abodienstes für digitale Zeitschriften und Zeitungen. Das seit Montag in den USA und Kanada verfügbare Angebote namens Apple News+ hält sich demnach nicht an die Regeln, die der Konzern für andere Anwendungen in seinen App-Store-Richtlinien festgelegt hat.

So kann man sich ein Abo für Apple News+ verdammt schnell einfangen: Nach einem Klick auf "Jetzt kostenlos ausprobieren" landet man sofort im Bezahldialog, wo die Kosten eher klein dargestellt sind. Von seinen regulären App-Produzenten erwartet Apple hingegen, dass sie die zu bezahlende Summe glasklar und schön groß darlegen – und zwar noch vor dem Start des Zahlungsvorgangs. So sollen Abofallen – die Gebühr wird automatisch weiter eingezogen, wenn der Vertrag nicht gestoppt wird – vermieden werden. Der Developer Dave DeLong meint dazu, Apples Anwendung solle aufgrund des Verstoßes gegen die Regeln vom App-Store-Review-Team "zurückgewiesen werden" – wie dies bei Apps von Dritten der Fall wäre, wenn sie so vorgehen.

Immerhin zieht Apple nicht sofort Geld vom Nutzer ein: Das Abo ist einen Monat lang kostenlos nutzbar. Kündigt man jedoch nicht rechtzeitig, was über die Systemeinstellungen oder die Apple-News-App funktioniert, wird der erste Betrag von der verknüpften Kreditkarte oder einem eventuellen Guthaben eingezogen.

Weitere Kritik bekam Apple aufgrund seiner aggressiven Marketingmaßnahmen für Apple News+. Das Unternehmen bewirbt den neuen Service, der 10 US-Dollar (bzw. 13 kanadische Dollar) kostet, mittels Nutzerbenachrichtigung. Selbige sind aber als Reklamemedium schlicht und ergreifend nicht erlaubt – selbst wenn diverse App-Anbieter sich nicht an diese Vorschrift halten.

Die Marketing-Methode nutzt Apple indes nicht zum ersten Mal. Laut Bericht des IT-Blogs The Verge wurden in den vergangenen vier Monaten vier Apple-eigene Angebote beworben: Neben Apple News+ auch der Streamingdienst Apple Music, die Verfügbarkeit von Apple Music für Amazon-Echo-Lautsprecher in den USA und die Apple-TV-Sendung "Carpool Karaoke".

[Update 28.03.19 17:20 Uhr:] Laut dem Entwickler Paul Kehrer hat Apple für Apple News+ in China besondere Blockademaßnahmen ergriffen. Der Dienst sei auch mit einem US-iPhone nicht nutzbar, wenn dieses mit amerikanischer SIM-Karte im Reich der Mitte roamt – im Gegensatz zu Facebook oder Google, bei denen die "große Firewall" in diesem Fall nicht greift. (bsc)