Menü

Null Steuern trotz Milliardenumsatz: Neue Steuervorwürfe gegen Apple

Der iPhone-Konzern hat in den letzten zehn Jahren in Neuseeland einem Bericht zufolge keinerlei Steuern gezahlt – obwohl die Produkte stark nachgefragt werden. Apples Steuerberater sind “innovativer als die Produktdesigner”, so ein Politiker.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 148 Beiträge

(Bild: dpa, Chen Zhongqiu)

Von

Apple hat in den vergangenen zehn Jahren keinerlei Steuern in Neuseeland gezahlt, obwohl der Konzern in diesem Zeitraum einen Umsatz von umgerechnet gut 2,7 Milliarden Euro auswies, wie aus einer Analyse des New Zealand Herald hervorgeht. Der Konzern habe zwar umgerechnet gut 24 Millionen Euro an Steuern entrichtet, merkt die Zeitung an, allerdings nicht in Neuseeland, sondern in Australien – dort sitzt nämlich eine Muttergesellschaft, die auch für das Neuseelandgeschäft zuständig ist.

Dieses Steuerkonstrukt sei “komplett legal”, erklärt die Steuerprofessorin Deborah Russell gegenüber dem New Zealand Herald. “Es bestehe nur der uralte Unterschied zwischen Legalität und Moral”, so Russel, die für die neuseeländische Labour Party kandidiert. Ein Politiker der Green Party kommentierte, Apples Steuerabteilung sei “innovativer als die Produkt-Designer”.

Die neuseeländische Finanzministerin erklärte, dass internationale Konzerne die Steuerregelungen ausnutzen und man dieses Vorgehen nicht als “fair” erachte – neue Regelungen sollen die Schlupflöcher künftig schließen.

Apple betonte gegenüber der Tageszeitung, man folge den Gesetzen und wolle eine “positive Kraft” sein. “Da unsere Produkte und Dienste in den USA entworfen, entwickelt und gestaltet werden, zahlen wir dort den bei weitem größte Teil unserer Steuerlast.”

Apples internationale Steuerpraktiken stehen seit längerem in der Kritik. Der Konzern betont stets, alle Gesetze zu beachten – zudem sei man bereits der größte Steuerzahler der Welt. Die EU-Kommission wirft dem Konzern vor, unerlaubte Staatsbeihilfen in Irland erhalten zu haben und hat Apple zu einer Steuernachzahlung in Höhe von 13 Milliarden Dollar verdonnert.

Nach Ansicht der Kommission hat der Konzern auf die Gewinne der Handelstochter Apple Sales International durch die Steuervereinbarungen mit Irland einen effektiven Körperschaftsteuersatz gezahlt, der von einem Prozent im Jahr 2003 auf 0,005 Prozent im Jahr 2014 gesunken sei. “Das ist eine komplett aus der Luft gegriffene Zahl”, kommentierte Apple-Finanzchef Luca Maestri im vergangenen Jahr. Apple und Irland haben Berufung gegen die Entscheidung der Kommission eingelegt. (lbe)