Menü

Oberster Thüringer Datenschützer kritisiert Apples Kamerafahrten

Lutz Hasse bezweifelt, dass die Aufnahmen, die der iPhone-Hersteller in den kommenden Monaten plant, nur zur Optimierung von Apple Maps gedacht sind.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 14 Beiträge

"Look Around" ist Apples Pendant zu Google Street View, ist aber für Deutschland nicht geplant.

(Bild: Apple)

Von

Der Landesbeauftragte für den Datenschutz in Thüringen hat Apples Fotofahrten mit eigenen Autos kritisiert. Lutz Hasse sagte am Montag, es sei unklar, ob diese Aufnahmen wirklich nur zur Verbesserung des Kartenangebotes Apple Maps dienten.

Zudem, so Hasse, sei davon auszugehen, dass auch von Apple verpixelte Gesichter und Autokennzeichen als Rohdaten weiter unverpixelt auf den Servern in den USA liegen. Apple startete am Montag die Fahrten seiner Kamera-Autos in Deutschland unter anderem in München, Stuttgart und Frankfurt. Auch Thüringen soll flächendeckend erfasst werden – sowie alle weiteren deutschen Bundesländer.

Der iPhone-Hersteller hatte angegeben, die Gesichter von Menschen und die Kennzeichen von Autos zu verpixeln und so unkenntlich machen zu wollen. Das gelte aber nicht für Häuserfassaden, Vorgärten, Autos, so Hasse. Der Landesdatenschützer riet, der Datenverarbeitung zu widersprechen und die Löschung der Rohdaten mit der Abbildung von Personen und Häusern zu beantragen. Apple hat dazu eine E-Mail-Adresse eingerichtet; ein entsprechendes Formular hat Hasses Behörde aufgesetzt. Die Fahrzeuge meiden nach Apples Angaben Zeiten, an denen man davon ausgehen kann, viele Passanten ins Bild zu bekommen – etwa Samstagnachmittage in der Innenstadt.

Die bei den Kamerafahrten erfassten Daten sollen laut Apple in erster Linie die Apple-Karten in iPhones und anderen Geräten des Konzerns verbessern. Der Konzern kann aus den Fotos unter anderem Informationen wie Namen von Straßen oder Geschäften sowie zu Verkehrszeichen und Straßenführung herausziehen.

Die Bilder könnten in Zukunft aber auch im neuen Panorama-Dienst "Look Around" zum Einsatz kommen – Apples Konkurrenzangebot zu Google Street View. Allerdings hatte Apple laut dem zuständigen Bayerischen Landesdatenschützer betont, einen solchen Service hierzulande nicht zu planen. Das sorgte für Enttäuschung bei manchem User – aber auch für Erleichterung bei Kritikern solcher Dienste. Die von Google publizierten Street-View-Bilder von Gebäuden in Deutschland sind teilweise (auf Antrag) unkenntlich gemacht, zudem sind sie bereits mehrere Jahre alt. (mit Material der dpa) / (bsc)