Ortstracking in iOS 13: Entwickler kritisieren Apples stärkeren Datenschutz

Das Betriebssystem erinnert Nutzer nun häufiger daran, wenn Apps Geodaten sammeln. Developer fürchten, dass dies deren Nutzung reduziert. Apple reagiert.

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iPhone-Nutzer werden nun regelmäßig erinnert, was Apps im Hintergrund machen.

(Bild: dpa, David Moir/AAP/Archiv)

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iOS 13 greift in Sachen Schutz der Privatssphäre schärfer durch als seine Vorgänger. So wird man automatisch per Pop-up informiert, wenn eine App eine längere Zeit lang Ortsdaten im Hintergrund erfasst – der Nutzer kann sich dann entscheiden, ob er das nur dann erlauben will, wenn die Anwendung tatsächlich läuft. Einigen Entwicklern passt diese Änderung gar nicht. Sie fürchten, dass User verschreckt werden könnten.

Einer von ihnen, der Chef der Familiennetzwerk-App Life360, meint etwa, Apple habe mit dem neuen Verfahren "unbeabsichtigte Konsequenzen" ausgelöst. Apple habe zwar "grundsätzlich das beste Interesse seiner Nutzer" im Blick. Auch habe das Unternehmen der Kritik "zugehört", so Chris Hulls gegenüber dem Wall Street Journal. Apple betonte in einem Statement, man habe sein Geschäft nicht um das Wissen aufgebaut, wo der Nutzer oder sein Gerät sei.

Unterdessen nutzen Werbetreibende und Marketingfirmen die ihnen verbliebenen Alternativen. So setzen sie darauf, dass User die Ortsdatenweitergabe nur in manchen Apps verbieten, in anderen wiederum nicht – entsprechend hilft eine Zusammenführung, das Targeting dennoch weiter fortzusetzen.

Im August hatte Apple einen offenen Brief zu der neuen Regelung bei den Ortsdaten erhalten, in dem Developer schrieben, sie sähen sich gegenüber Apple selbst im Nachteil. Dessen eigene Apps wie die "Find My"-Anwendung dürfen weiterhin Ortsdaten abfragen, ohne dass es solche Nachfragen gibt. Teilweise wird die Ortsdatenabfrage auch als "Systemdienst" verwendet, was ein Abdrehen erschwert. Apple betont, mit Anonymisierung und anderen Tricks zu arbeiten, um den Datenschutz nicht zu gefährden.

In iOS 13 können Nutzer den ständigen Zugriff auf den Aufenthaltsort nicht mehr sofort genehmigen. Die im Standortfreigabedialog bislang vorhandene Option "Immer erlauben" verschwindet mit dem System-Update. Nutzer können künftig festlegen, dass Apps nur einmal den Aufenthaltsort abfragen dürfen und beim nächsten Mal erneut nachfragen müssen. Alternativ lässt sich eine Freigabe der Ortungsdienste für die aktive Nutzung der App erteilen, dies hat aber Konsequenzen für das langfristige Tracking des Standorts und verhindert bestimmte App-Funktionen.

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(bsc)