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Patentklage: Apple soll wegen FaceTime 2,8 Milliarden US-Dollar zahlen

Eine Firma namens VoIP-Pal sieht ihre Rechte an Internet-Telefonie-Verfahren durch diverse Apple-Produkte verletzt.

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Neue Patentklage: Apple soll wegen FaceTime 2,8 Milliarden US-Dollar zahlen

FaceTime unter iOS 9.

(Bild: Apple)

Apple ist einmal mehr wegen angeblicher Patentverletzungen verklagt worden – und diesmal geht es um richtig viel Geld. VoIP-Pal, eine börsennotierte Firma aus Bellevue im US-Bundesstaat Washington, verlangt über 2,8 Milliarden US-Dollar an Lizenznachzahlungen von dem iPhone-Produzenten. VoIP-Pal wirft Apple vor, mit Diensten wie FaceTime und iMessage auf iPhone, iPad und Mac "wertvolles geistiges Eigentum" zu verletzen.

iMessage-Routing soll Patent verletzen

VoIP-Pal hält, wie der Name schon sagt, ein Portfolio aus Patenten, die mit Voice-over-IP-Technik zu tun haben. Diese monetarisiere es nun, erklärt das Unternehmen. Eines der Patente, die Apple angeblich verletzt, betrifft das Routing von iMessage-Nachrichten je nach Empfänger – die App verschickt Botschaften (auch) per SMS, sollte der Empfänger keinen Apple-Account haben. Diese Klassifizierung sieht VoIP-Pal von einem seiner Patente abgedeckt.

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Auf die über 2,8 Milliarden Dollar kommt VoIP-Pal, indem auf die historischen Apple-Profite für iPhone, iPad und Mac eine Lizenzgebühr von 1,25 Prozent aufgeschlagen wird. Die Firma ist derzeit als Pennystock am OTC-Market gelistet und betreibt kein aktives Geschäft außer der Vermarktung der Patente.

20 Ingenieure beschäftigt

Sie sei aber kein Patenttroll, betont die Unternehmensführung. VoIP-Pal geht auf das Unternehmen Digifonica zurück, das laut Firmenangaben zeitweilig mehr als 20 Ingenieure beschäftigte und "Super-Nodes" für Internet-Telefonieverbindungen in Kanada, England und Norwegen aufgebaut hatte. VoIP-Pal übernahm Digifonica im Jahr 2013.

Neben Apple verklagt VoIP-Pal auch die US-Mobilfunkanbieter Verizon und AT&T. Die Klage wurde im Februar 2016 vor dem Gericht im District of Nevada eingereicht und Apple am 9. Mai zugestellt. Insgesamt geht es um 7 Milliarden US-Dollar. (bsc)