Pensacola-Anschlag: FBI konnte iPhone offenbar doch entsperren

Die US-Bundespolizei hat die iPhone-Daten des Schützen einem Bericht zufolge mit eigenen Mitteln entschlüsselt. Apple wies Hilfeanfragen mehrfach ab.

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(Bild: dpa, Michael Kappeler/dpa)

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Dem FBI ist es offenbar gelungen, eines der beiden iPhones des Pensacola-Schützen mit eigenen Mitteln zu entsperren. Eine Untersuchung der entschlüsselten Daten habe Hinweise auf eine Verbindung zur Terrororganisation Al-Qaida geliefert, wie der Nachrichtensender CNN unter Berufung auf unterrichtete Beamte berichtet.

Die Entsperrung des iPhones dürfte den zwischen US-Behörden und Apple aufkochenden, erneuten Streit um Beihilfe bei der Entschlüsselung von Daten wieder beenden – zumindest vorerst. Trotz mehrfacher Anfragen hatte Apple sich geweigert, bei der Entsperrung der iPhones zu helfen. US-Justizminister William Barr plant laut CNN, noch am Montag weitere Details des Falls bekanntzugeben.

Neben Justizminister Barr forderte auch US-Präsident Donald Trump Apple öffentlich dazu auf, Hilfe zu leisten, dass Hintertüren in die falschen Hände geraten könnten, sei ihm "egal". In welcher Form Apple dabei konkret Hilfe leisten sollte, wurde öffentlich nicht mitgeteilt. Vor vier Jahren hatte das FBI bereits versucht, Apple gerichtlich dazu zu zwingen, Schutzmechanismen in iOS auszuhebeln, um Bruteforce-Angriffe auf den Gerätecode ungehindert zu ermöglichen.

Man habe die Ermittlungen umfassend unterstützt und im Pensacola-Fall alle verfügbaren Daten herausgegeben, betonte der Konzern zugleich unter Verweis auf die übermittelten iCloud-Daten des Schützen. Strafverfolger hätten heute "Zugriff auf mehr Daten als je zuvor", so Apple – es gebe keinen Grund, zusätzlich Hintertüren zu schaffen.

Bei dem Anschlag im Dezember 2019 hatte ein saudischer Soldat drei Menschen auf dem Militärstützpunkt Pensacola im US-Bundesstaat Florida erschossen sowie weitere verletzt. Er wurde im Anschluss von Sicherheitskräften erschossen. Eines der beiden iPhones des Soldaten soll dabei auch beschädigt worden sein. Bei den Geräten handelte es sich offenbar um mehrere Jahre alte Modelle, die die US-Bundespolizei nach eigener Angabe ursprünglich nicht knacken konnte. Wie das dem FBI nun doch noch gelungen ist, bleibt vorerst unklar. (lbe)