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Phil Schiller (Apple) im Interview: "Lediglich eine missratene Woche"

In einem Interview mit der britischen Zeitung "The Telegraph" äußerte sich Apples Marketing-Chef zu den Bugs, Sicherheitslücken und dem verzögerten HomePod.

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Phil Schiller (Apple) im Interview: "Lediglich eine schlechte Woche"

Phil Schiller auf der WWDC 2017 bei der Ankündigung des HomePod (Screencapture aus Livestream)

(Bild: Apple )

Phil Schiller, Marketing-Chef von Apple, kommentierte gegenüber der Zeitung "The Telegraph" die Geschehnisse der letzten Wochen. Seiner Ansicht nach ist die missratene Woche im Kontext zu sehen mit einem äußerst erfolgreichen Jahr.

"Es war eine ganz neue Art von Jahr von uns. […] Wir wollten einerseits eine neue iPhone-Generation herausbringen wie jedes Jahr. Gleichzeitig wollten wir etwas neues erschaffen, das noch aggressiver ist, weiter weg vom klassischen Pfad des iPhone, und das ist iPhone X. Das ist etwas, was wir niemals je angeboten haben, und es hat sehr gut funktioniert."

Doch die letzten Wochen waren von Problemen geprägt: Am 29. November wurde eine Sicherheitslücke bekannt, die das just veröffentlichte Betriebssystem betraf: Wer sich unter macOS 10.13.1 bei einer Kennwortabfrage mehrfach mit den Nutzernahmen "root" und leerem Kennwort anmeldete, bekam beim zweiten oder dritten Versuch volle Administrator-Rechte zugebilligt. Apple reagierte binnen Tagesfrist mit einem Update, das allerdings die Dateifreigabe zeitweilig deaktivierte.

Am 2. Dezember begannen iPhones weltweit wiederholt abzustürzen. Apple zog die Veröffentlichung des Updates auf iOS 11.2 vor, um den Fehler zu bekämpfen, der anscheinend mit dem Beginn des Dezembers verknüpft war. Auch auf dem Mac tritt er auf, allerdings in abgemilderter Form: Hier tauchen lediglich Fehlermeldungen mit dem Inhalt "Month 13 is out of bounds" in der Konsole auf.

Phil Schiller sieht das als Ausnahme: "Wir hatten lediglich eine schlechte Woche. Ein paar Dinge passierten, das ist alles." Die Firma werde aus den Fehlern lernen, so der Marketing-Chef. "Das Team wird die Systeme auditieren, die Vorgehensweise vorsichtig betrachten und etwas Seelensuche betreiben – und alles tun, damit so etwas nicht noch einmal passiert."

Auch die verschobene Auslieferung des intelligenten Lautsprechers HomePod will Schiller nicht als Problem sehen: "Eine der Eigenschaften, die viele unserer Kunden schätzen, ist, dass wir niemals Angst davor haben, mit der Auslieferung eines Produkts zu warten."

Einen kleinen Seitenhieb auf die Konkurrenz ließ sich Apples Marketing-Chef nicht nehmen: "Manche Firmen mögen Dinge ausliefern, auch wenn sie nicht denken, dass sie vom Start weg Erfolg haben werden. Wir sorgen uns stark um die Qualität unserer Produkte, und wenn es nicht bereit ist, ist es nicht bereit."

HomePod (10 Bilder)

HomePod ist Apples Antwort auf Alexa. Allerdings kann man damit keine Bestellungen aufgeben.

Phil Schiller ist seit 1987 (mit einer kurzzeitigen Unterbrechung zehn Jahre später) bei Apple. Sein Jobtitel ist "Senior Vice President of Worldwide Marketing"; er ist auf beinahe jeder von Apples Produktvorstellungen und den jährlichen WWDC-Keynotes auf der Bühne, um Hard- und Software zu präsentieren. Seit Ende 2015 leitet er zusätzlich den App Store. (imj)