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Pinterest schluckt Instapaper

Der einst für iOS erfundene Dienst, der Web-Texte aufbereitet und speichert, gehört nun dem Bilder-Social-Network. Angeblich soll sich am Angebot nichts ändern. Es hat viele Fans.

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Pinterest schluckt Instapaper

Instapaper gibt's auch für Android.

(Bild: Instapaper)

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Der Lesedienst Instapaper hat zum zweiten Mal in drei Jahren seinen Besitzer gewechselt. Wie Betaworks, zu dessen Portfolio die beliebte App mit angeschlossenem Webservice seit 2013 gehörte, per E-Mail an seine Nutzer mitteilte, wurde das Angebot nun an Pinterest verkauft. So richtig passen beide auf den ersten Blick nicht zusammen: Pinterest ist ein bildbasiertes soziales Netzwerk, bei dem Fans von Mode, Design oder Kochen Bilder aus dem Web sammeln oder eigene Aufnahmen in "Collections" präsentieren.

Instapaper bietet sich für User an, die gerne längere Texte im Web lesen, sich diese aber für die Offline-Ansicht per Mobilgerät aufsparen möchten. Das Tool kam 2008 erstmals für das iPhone auf den Markt und stammt vom bekannten iOS-Entwickler Marco Arment. "Instapaper ist die wohl einfachste Art, Artikel zum späteren Lesen zu sichern: offline, unterwegs, jederzeit, überall, perfekt formatiert", bewirbt der Anbieter die aktuelle Version.

Laut Betaworks soll sich nach dem Verkauf an Pinterest angeblich nichts ändern, der Dienst werde weitergeführt, auch wenn das Instapaper-Team nun von New York nach San Francisco zu Pinterest ziehe. Die Tatsache, dass Instapaper für das Entdecken, Speichern und Ansehen von Webinhalten gedacht sei, ist laut Betaworks eine "Überschneidung" mit Pinterest. Der neue Besitzer habe mehr Ressourcen, um "die gemeinsame Mission auf viel größerem Niveau" weiterzuverfolgen. Laut dem Fachblog VentureBeat könnte Pinterest mit dem Kauf zudem Artikelspeicherfunktionen für den Kerndienst ergänzen. Instaparser, eine Scraper-API, mit der Firmen Artikel aus dem Web extrahieren können, wird zum 1. November eingestellt, wie Instapaper in seinem Blog schreibt.

Instapaper war in den letzten Jahren vorsichtig umgebaut worden. Der Service verfügt nach der Übernahme durch Betaworks mittlerweile über ein neues Backend, verbesserte Mobil- und Web-Clients und kennt nun auch Highlighting- und Speed-Reading-Funktionen. Der Dienst wird im Abo verkauft; man zahlt für Premium-Funktionen 3 Euro im Monat. Dieser Service scheint weiterzulaufen – zumindest hatte sich bis zum Redaktionsschluss dieser Meldung nichts daran geändert.

(bsc)