Podcast-Studio Rodecaster Pro im Test

Der Rodecaster Pro verwaltet vier Mikrofone nebst drei weiteren Klangquellen und sichert alles auf einer SD-Karte. Wir haben das Podcast-Studio getestet.

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Um eigene Podcasts zu produzieren, bedarf es keiner Hexenkunst. Dennoch kann es bei Sendungen mit mehreren Teilnehmern und unterschiedlichen Zuspielern rasch unübersichtlich werden. Rode bietet daher mit dem Rodecaster Pro ein All-in-One-Produkt an, das auf überbordenden technischen Schnickschnack verzichtet und unmittelbar auf eine micro-SD-Karte schreibt. Anspruchsvollere Anwender dürfen die Signale zwecks späterer Nachbearbeitung auf ihrem Mac oder Windows-10-PC aufnehmen respektive diese per SD-Karte dorthin übertragen. Getestet haben wir das Podcast-Studio am Mac.

Die Ausstattung des Geräts kann sich sehen lassen: Acht auch für größere Finger kommod platzierte Schieberegler mit einem Regelweg von luxuriösen 10 Zentimetern sowie acht bunte Gummipads nebst kaum zu verfehlendem Aufnahme-Taster – dieses Gerät wurde gebaut, um es ohne Gefummel selbst in größerer Hektik sicher zu bedienen. Außerdem gibt es vier Regler für die vier Kopfhörerausgänge.

Der Rodecaster erschließt sich auch Einsteigern rasch. Die ersten vier Schieberegler steuern Mikrofone in der Lautstärke, die darauffolgenden drei verwalten per USB, Bluetooth oder Miniklinke eintreffende Signale. Der letzte Regler bestimmt die Lautstärke der Audiodateien, die man über die Pads abfeuert. Diese lassen sich in acht Bänken verwalten, direkt über den Rodecaster aufnehmen oder über eine kleine Companion-App per Drag & Drop vom Mac herüberkopieren. 512 MByte gepuffertes RAM bietet der Rodecaster hierfür, das reicht für 50 Minuten Audio in CD-Qualität.

Ein hinreichend dimensioniertes, berührungsempfindliches LC-Display zeigt sämtliche Pegel sowie die aktuelle Aufnahmedauer und dient der Einstellung von Kanälen und System. Die Aufnahme landet schließlich auf einer Micro-SD-Karte oder alternativ via USB-Schnittstelle in einer Musik-Software wie GarageBand oder Cubase. In beiden Fällen darf der Nutzer entscheiden, ob der Rodecaster nur den Stereomix oder zusätzlich die acht Einzelspuren liefert.

Die Kanalzüge sind sehr ähnlich aufgebaut und bieten im Kern bis zu sechs klangbearbeitende Module: einen Hochpass-Filter (in diesem Zusammenhang oft auch Trittschallfilter genannt), einen De-Esser für stark zischelnde Sprecher sowie ein Noise Gate und einen Kompressor. Zusätzlich gibt es zwei Klangverbesserer namens Big Bottom (mehr Bass) und Exciter zur Belebung des oberen Frequenzspektrums. Sämtliche DSP-Funktionen lassen sich separat oder gemeinsam pro Kanal ein- und ausschalten, weitere Regelmöglichkeiten gibt es nicht.

Als Besonderheit bietet Mikrofonkanal Nummer eins eine Ducking-Option: Ist sie aktiv, werden die drei anderen Mikrofoneingänge in der Lautstärke gedrosselt, sobald ins erste Mikrofon gesprochen wird. So kann sich ein Moderator beispielsweise in einer lebhaften Diskussion Gehör verschaffen, ohne im Stimmengewirr unterzugehen.

Der Rodecaster unterstützt zudem das Einbinden von Telefongästen: Sowohl bei einem über die vierpolige Miniklinke angeschlossenen Mobiltelefon als auch bei Skype- respektive Facetime-Gesprächen auf dem Mac (via USB) sorgen clevere Schaltungen dafür, dass sich der Gast am Telefon nicht doppelt hört und der Podcaster ganz normal vor seinem Mikrofon sitzen bleiben kann.