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Populäre Foto-App Prisma mit obskurer Datenschutzerklärung

Die iOS-App Prisma übermittelt Fotos zur Verfremdung an eigene Server und räumt sich in den Nutzungsbedingungen weitgehende Rechte ein. Auch persönliche Daten könnten an Dritte weitergegeben werden.

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Prisma

(Bild: Entwickler)

Die populäre App Prisma überträgt Fotos auf eigene Server, um diese dort im Stil bekannter Kunstwerke zu verfremden. Was allerdings mit den auf die Unternehmens-Server hochgeladenen Fotos und persönlichen Daten passiert, bleibt unklar. Prisma hat es innerhalb weniger Tage auf Platz 1 der am häufigsten heruntergeladenen Gratis-Apps in Apples App Store geschafft.

Für die hochgeladenen Fotos räumen Nutzer den Betreibern sowie nicht näher genannten zu der Firmengruppe gehörenden "Affiliates" weitgehende Nutzungsrechte ein. Wie lange sie gespeichert werden und was letztendlich mit den Bildern geschieht, ist nicht bekannt. Laut der Datenschutzerklärung der App können Daten wie Log-Dateien, Ortsdaten und weitere Informationen an Dritte übermittelt werden. Dabei geht es auch ausdrücklich um die Weitergabe von Daten an Werbenetzwerke für maßgeschneiderte Werbung. Auch das Anzeigen von Werbung auf den Fotos der Nutzer sei möglich, führen die Terms of Service aus.

Dass Fotos zum Verfremden zunächst auf die Server des Unternehmens geladen werden müssen, liegt an der Funktionsweise von Prisma. Wie Mitgründer Alexey Moiseenkov gegenüber TechCrunch erklärte, werden hochgeladene Bilder analysiert, dann erstellt ein neuronales Netz aufgrund dieser Informationen ein neues Bild im gewünschten Stil. Auf einem Smartphone würden die aufwendigen Berechnungen dafür zu lange dauern.

Geld verdienen wollen die Macher der App möglicherweise später einmal über bezahlte Filteroptionen, wie Moiseenkov andeutet. Bislang sind Download und Nutzung von Prisma kostenlos. Zu den Investoren gehört unter anderem die Mail.ru-Gruppe, die auch das russischsprachige soziale Netzwerk VKontakte betreibt und Anteile an Facebook hält. (Mit Material der dpa) / (lbe)