Pro & Contra: Ist der Mac zurück?

Apple hat wieder einen flexiblen Profi-Mac im Programm und baut in MacBooks ordentliche Tastaturen ein. Doch reicht das, um enttäuschte User zu besänftigen?

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Artikel aus Mac & i Heft 2/2020, Seite 7.

Leo Becker meint, dass Apple mit dem Mac wieder auf die richtige Spur findet.

Mit dem neuen Mac Pro im leicht erweiterbaren Tower-Gehäuse und dem MacBook Pro mit überarbeiteter Tastatur gibt es endlich wieder Rechner, die Profi-Nutzer unbesorgt kaufen können.

Die brauchten zuletzt unglaublich viel Geduld und so mancher hat Apple zwischenzeitlich den Rücken gekehrt. Doch zeigt der Hersteller damit, dass er auf die Wünsche einer vergleichsweise kleinen Nutzerschaft eingeht – und dass der Mac längst nicht ausgedient hat.

Nach der Bereinigung dieser beiden gravierenden Fehltritte sehe ich Apple wieder auf Kurs. Jetzt muss das Magic Keyboard natürlich noch in den erschwinglicheren MacBook-Pro-Modellreihen Einzug halten; für das MacBook Air hat Apple die Tastatur bereits angekündigt. iMac-Updates sind ebenfalls zu erwarten.

Auch Catalyst zum Portieren von iOS-Apps auf den Mac halte ich für einen klugen Schachzug. Sicherlich steht da noch Arbeit an, denn so einfach, wie auf der WWDC versprochen, fällt es den Entwicklern in der Praxis dann doch nicht. Ich glaube aber, dass Apple so eine gute Grundlage für viele neue Mac-Programme gelegt hat.

Trotz der tollen neuen Notebook-Funktionen, die iPadOS bringt kann das iPad den Mac meiner Meinung nach nämlich noch lange nicht ersetzen. Derart viel Flexibilität und Offenheit für verschiedene Workflows sucht man bei iOS immer noch vergeblich. Das ist auch Apple bewusst, sonst hätte sich der Konzern den ganzen Aufwand mit einer radikalen Neuauflage des Mac Pro gleich gespart. Mit hauseigenen Prozessoren könnte Apple den fast 40-jährigen Macintosh zudem ganz neu definieren. Vielleicht sehen wir erste ARM-MacBooks ja schon zum Jahresende: So spannend sah die Zukunft des Macs schon lange nicht mehr aus. (lbe)

Für Ben Schwan muss Apple noch einiges tun, um das Vertrauen der Mac-Fans zurückzugewinnen.

Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube: Apples Versuche, seine Mac-Pipeline endlich wieder in einen ordnungsgemäßen Zustand zu versetzen, halte ich für Augenwischerei.

Da können Konzernchef Tim Cook und Software-Boss Craig Federighi noch so oft betonen, Desktop- und Mobilrechner seien weiterhin ein wichtiger Teil des Angebots. Apple braucht einfach viel zu lang, um die Hardware nach den Wünschen der Nutzer zu verbessern. Der Konzern räumte schon 2017 ein, dass man sich mit dem Mac Pro im Mülleimer-Design in eine technische Sackgasse manövriert hatte, aus der es kein Entkommen gab. Es dauerte fast drei Jahre, bis der adäquate Ersatz auf den Markt kam. iOS-Geräte werden jedes Jahr neu aufgelegt!

Die Tastaturprobleme beim MacBook hat Apple zwar vergleichsweise frühzeitig eingeräumt, doch die Produktentwicklung brauchte bis letzten Herbst, um sie zu lösen. Ein entsprechend umgebautes 13-Zoll-MacBook Pro mit der verbesserten Scherenmechanik statt der verhassten "Butterfly"-Technik ist immer noch nicht verfügbar. Mit den anderen Desktop-Macs (Mac mini größeres Update zuletzt im Herbst 2018, iMac Pro seit Dezember 2017 unverändert) will ich hier erst gar nicht anfangen. Es ist einfach zu peinlich, was da an veralteter Technik verkauft wird. Nein, Apple, so geht das mit dem Mac nicht weiter.

Mag sein, dass der Konzern versucht, mit eigenen ARM-Prozessoren das Ruder noch einmal herumzureißen. Ich glaube aber nicht, dass die Software-Hersteller schon wieder einen Schwenk mitmachen und all ihre Mac-Programme erneut portieren. Zumal sie ja dann eine ganze Zeitlang den Code für die Intel-Architektur weiterpflegen müssten. (bsc)

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(lbe)