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Problematische Smartphone-Updates: Millionenstrafe für Samsung und Apple

Nach Ansicht von Italiens Wettbewerbsbehörde haben Apple und Samsung per Software-Update Smartphones beeinträchtigt und so frühere Neukäufe bewirkt.

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Apple und Samsung

Die Positionen von Apple und Samsung liegen nach wie vor weit auseinander.

(Bild: dpa, Marcus Brandt/Archiv)

Die per Software-Update eingeführte Leistungsdrosselung bestimmter iPhones und Samsung-Smartphones wird in Italien als unlauterer Wettbewerb gewertet: Apple und Samsung haben damit gegen Verbraucherrechte verstoßen, wie die Wettbewerbsbehörde Autorità garante della concorrenza e del mercato (AGCM) unter Verweis auf "zwei komplexe Untersuchungen" am Mittwoch mitteilte. Die Firmware-Updates der Hersteller hätten zu Fehlfunktionen geführt sowie die Leistung der Smartphones "signifikant reduziert" und dadurch frühzeitige Neukäufe bewirkt.

Beide Konzerne müssen deswegen jeweils eine Strafe in Höhe von 5 Millionen Euro zahlen und auf ihrer Webseite auf die Entscheidung der Behörde verweisen. Gegen Apple wurde eine zusätzliche Strafe in Höhe von weiteren 5 Millionen Euro verhängt, weil Kunden nach Ansicht der AGCM nicht ausreichend über Möglichkeiten rund um den Akkuwechsel informiert wurden.

Apple habe Besitzern von iPhone 6 und 6s das Update auf iOS 10 "beharrlich unterbreitet", ohne diese über höhere Leistungsanforderungen des Systems und "deren Konsequenzen wie ein unerwartetes Abschalten" zu informieren, erläutert die Behörde. Um diese Probleme zu verringern, habe der Hersteller dann iOS 10.2.1 veröffentlicht, wieder ohne eine Warnung, dass das Update die "Leistung und Funktionalität" der Geräte verringern könne. Erst im Dezember 2017 habe der Konzern schließlich die Option eingeführt, den Akku zu einem reduzierten Preis zu tauschen, schildert die AGCM.

In Hinblick auf Samsung bemängelt die Wettbewerbsbehörde, der Hersteller habe Käufern des Galaxy Note 4 das Update auf Android 6.0 Marshmallow "beharrlich unterbreitet", ohne diese über "schwere Fehlfunktionen" zu informieren. Dies habe zu hohen Kosten für Reparaturen außerhalb der Garantiezeit geführt.

Apple tauscht seit Anfang 2018 den iPhone-Akku (ab iPhone 6) für 29 Euro aus. Die Preisreduktion gilt nur noch bis Jahresende, dann wird der iPhone-Batteriewechsel bei Apple wieder teurer. Mit der Installation von iOS 11.3 wird die Drosselung durch iOS erst einmal abgeschaltet. Sollte diese wieder automatisch greifen, kann der Nutzer sie erneut über die Systemeinstellungen deaktivieren – bis diese sich wieder automatisch anschaltet.

Die Drosselung soll ein plötzliches Abschalten des iPhones bei schlechtem Akku verhindern, dies gilt von iPhone 6 bis iPhone 7. Bei neueren Modellen ab iPhone X und iPhone 8 scheint dies nicht mehr erforderlich. Die Drosselung hat auch in den USA noch ein juristisches Nachspiel: Nutzer haben zahlreiche Sammelklagen gegen den iPhone-Hersteller eingereicht – Urteile liegen bislang noch nicht vor.

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(lbe)