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Qualcomm: Apple hat Milliarden US-Dollar Schulden bei uns

Der iPhone-Hersteller hat im Rahmen eines globalen Rechtsstreits die Zahlungen für den Chipproduzenten einfrieren lassen. Die Summe kann sich sehen lassen.

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Qualcomm-Schriftzug

Qualcomm kostet der Konflikt mit Apple richtig Geld.

(Bild: dpa, Andrej Sokolow)

Auf insgesamt 7 Milliarden US-Dollar belaufen sich inzwischen die Lizenzgebühren, die Apple über seine Fertiger eigentlich an Qualcomm entrichten müsste. So sieht das zumindest der Mobilfunkchipspezialist laut Unterlagen, die vor einem US-Bundesgericht in San Diego eingereicht wurden und der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. San Diego ist einer der vielen internationalen Schauplätze, an denen sich die Streithähne seit nunmehr mehreren Jahren juristisch bekriegen.

Apple wirft Qualcomm unfaires Verhalten bei der Lizenzierung seiner Mobilfunkverfahren vor und hat Zahlungen eingestellt – beziehungsweise seine Auftragsfertiger wie Foxconn dazu aufgefordert, dies zu tun. Apple zufolge versucht Qualcomm unter anderem, Gebühren für Patente doppelt zu kassieren – einerseits durch die Kosten seiner Mobilfunkchips, andererseits durch Gebühren für die Gesamtgeräte. Qualcomm sieht dies als rechtlich korrekt an, hat aber wegen seiner Lizenzierungs- beziehungsweise Vertragspraxis bereits mehrfach Ärger mit Kartellbehörden in verschiedenen Ländern gehabt.

Die Lizenzausfälle machen Qualcomm finanziell zu schaffen: Das Unternehmen glaubt mittlerweile, dass Apple komplett auf Chips von Konkurrenten umsteigen will, was den Konzern Milliarden kosten könnte. "Wir glauben, dass Apple beabsichtigt, nur noch die Modems eines Wettbewerbers anstatt unsere Modems in den nächsten iPhones zu verwenden", warnte der Finanzchef des Chipherstellers in einer Konferenzschaltung mit Analysten im vergangenen Juli. Gleichzeitig gab sich einige Monate später Unternehmenschef Steve Mollenkopf optimistisch, dass Apple später wieder Kunde werden könnte.

Apple wiederum arbeitet selbst daran, sich unabhängig von Qualcomm zu machen. In den aktuellen iPhones stecken Mobilfunkchips von Intel, gleichzeitig will Apple aber wohl auch eigene Basebands entwerfen. Qualcomm wiederum behauptet, Apple habe seine patentierte Technik zum Teil an Intel verraten. (bsc)