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Qualcomm-Boss: "Apple wird wieder unser Kunde"

Trotz des zunehmend harsch ausgetragenen Rechtsstreits mit dem iPhone-Hersteller gibt sich der Chef des Chipproduzenten versöhnlich.

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Qualcomm

Qualcomm-Chef Mollenkopf.

(Bild: dpa, Andrew Gombert)

Steve Mollenkopf, Chef des Prozessorspezialisten Qualcomm, geht davon aus, dass der erbitterte Rechtsstreit, der derzeit an diversen internationalen Schauplätzen mit Apple geführt wird, einvernehmlich endet. Oder zumindest derart, dass Apple wieder Funkchips bei Qualcomm erwirbt.

In einem Interview mit dem Börsensender Bloomberg sagte Mollenkopf, Qualcomms Technologieführung werde dazu führen. "Solche Dinge dominieren Geschäftsbeziehungen zwischen Firmen doch letztlich." Apple könne hier für Qualcomm kein besserer Partner sein. Er sehe den aktuellen Disput über Lizenzen und den Preis geistigen Eigentums wie andere Rechtsstreits zuvor auch. "Es geht nur um größere Firmen." Apple wie Qualcomm seien groß. "Apple ist zwar sehr groß, wir sind aber auch nicht klein." Alle diese Probleme ließen sich "lösen", so Mollenkopf.

Die Haltung des Qualcomm-CEOs ist umso erstaunlicher, als dass seine Firma Apple zuletzt direkt vorgeworfen hatte, Geschäftsgeheimnisse entwendet zu haben, um sie dann dem neuen Partner Intel zukommen zu lassen. Es sei "offenkundig", dass Apple "über Jahre eine Täuschungskampagne eingesetzt habe", um Qualcomms Geschäftsgeheimnisse zu stehlen, heißt es in den Klagepapieren. Ziel sei gewesen, "qualitativ minderwertige Modem-Chips" zu verbessern und so letztlich Qualcomm aus der iPhone-Lieferkette zu drängen.

Der Chip-Konzern hatte zuvor schon vorgebracht, Apple-Mitarbeiter hätten "proprietäre Informationen" angefragt und dabei Intel-Ingenieure mit in den E-Mail-Verteiler genommen. Apple verbaut mittlerweile nur noch Intel-Modems in seinen aktuellen Geräten.

Qualcomm versucht derzeit, in mehreren Ländern Verkaufsverbote für das iPhone zu erreichen – das würde Apple schwer treffen. Apple wiederum will Qualcomm die hohen Lizenzzahlungen, die das Unternehmen fordert, nicht mehr zukommen lassen. Dies sorgte bereits für schlechtere Geschäftszahlen beim Chiphersteller. (bsc)