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Qualcomm-Chef: Auf der "Schwelle" zu einer Einigung mit Apple

Nach Verlust des milliardenschweren iPhone-Geschäftes hofft der Qualcomm-Chef auf den großen 5G-Umstieg – und eine Lösung des globalen Lizenzstreits mit Apple.

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Was 5G-Mobilfunk bringt

In diesem Jahr treibt die Branche mehr den je das künftige Mobilfunknetz 5G an.

(Bild: dpa, Andrea Warnecke)

Der Chef des Chip-Herstellers Qualcomm ist Berichten entgegengetreten, Einigungsgespräche mit Apple seien versandet. Sie sprechen sehr wohl noch "als Firmen miteinander", betonte Qualcomm-CEO Steve Mollenkopf in einer Börsensendung des Finanzsenders CNBC. Er glaube weiterhin, dass sich in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres oder Anfang 2019 die "Türschwelle zu einer Lösung" des erbitterten Patent- und Lizenzstreits erreichen lasse.

Er würde sehr gerne mit Apple in Hinblick auf ein iPhone mit 5G-Unterstützung zusammenarbeiten, betonte Mollenkopf, der den großen Umstieg auf 5G-Netze für 2019 erwartet. Der Generationenwechsel bei Mobilfunknetzen sei immer eine große Chance und beinhalte zugleich das Risiko, zurückzufallen, mahnte Mollenkopf in der Sendung: Nur die Firmen, die schnell auf neue Technik umsatteln, könnten gewinnen – das sei schon "an der Geschichte der Motorolas und Blackberrys" zu sehen.

Qualcomm-Chef Steve Mollenkopf.

(Bild: dpa, Andrew Gombert)

Anfang November hieß es, auf "keiner Ebene" würden mehr nennenswerte Verhandlungen zwischen Apple und Qualcomm geführt, der iPhone-Konzern bereite sich auf die erste große Gerichtsverhandlung in den USA vor. Apple verzichtet in den 2018er iPhones bereits komplett auf Qualcomm-Chips, das Baseband-Modem kommt nur noch von Intel.

Bislang deutet vieles darauf hin, dass Apple den 5G-Umstieg selbst in die Hand nehmen will – oder gemeinsam mit Intel stemmen könnte. Im vergangenen Jahr hat Apple erstmals eine Erlaubnis für eigene 5G-Mobilfunktestläufe beantragt und baut derzeit offensichltich ein weiteres Funkchip-Team auf – an Qualcomms Hauptsitz im kalifornischen San Diego.

Apple hat Qualcomm Anfang 2017 verklagt, der Chip-Riese betreibe ein illegales Geschäftsmodell, lautet der Vorwurf – seitdem zahlt Apple auch keine Lizenzgebühren mehr, laut Qualcomm stehen inzwischen mehrere Milliarden Dollar aus. Der Chip-Konzern reagierte mit mehreren Gegenklagen und versucht, iPhone-Einfuhrverbote in wichtigen Ländern zu erwirken. (lbe)