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Qualcomm leidet unter Apple-Klage

Apple bezahlt keine Lizenzgebühren für die Funkchips des Konzerns mehr. Das wirkt sich deutlich auf dessen Umsatzvorhersagen aus.

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Qualcomm-Präsentation.

(Bild: dpa, Andrew Gombert/Archiv)

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Apples Patentstreit mit Qualcomm um Lizenzzahlungen für die Funkchips im iPhone hat nun auch wirtschaftliche Auswirkungen. In einer Börsenmitteilung vom Freitag warnte Qualcomm vor signifikanten Umsatz- und Gewinnrückgängen. Statt 5,3 bis 6,1 Milliarden US-Dollar Umsatz im dritten Finanzquartal erwartet das Unternehmen nun nur noch 4,8 bis 5,6 Milliarden. Die Vorhersage für den "current-quarter adjusted profit" wurde ebenfalls reduziert: von 0,90 bis 1,15 US-Dollar auf nun noch 75 bis 85 US-Cents pro Aktie.

Apple hatte im Rahmen mehrerer Klagen gegen Qualcomm angekündigt, dass die Verträge mit dem Funkchipkonzern "inakzeptabel" seien. Aufgrund dessen wurden auch Zahlungen an Apples Auftragsfertiger für das iPhone und das iPad mit Mobilfunkchip eingestellt. Diese wiederum bezahlen bislang Qualcomm für entsprechende Lizenzen. Qualcomm sei nur "eine unter Dutzenden von Firmen", die an den grundlegenden Mobilfunkstandards mitgearbeitet hat, so Apples Anwälte – dennoch fordere der Zulieferer "mindestens fünfmal mehr als alle anderen von Apples Mobilfunkpatentlizenzgebern zusammen".

Qualcomm hatte Apples Vorwürfe stets zurückgewiesen. Der Hausjurist des Unternehmens teilte mit, Apple habe eingeräumt, dass Zahlungen für Qualcomms wertvolles geistiges Eigentum zu leisten seien, mische sich aber weiterhin in die Verträge Qualcomms ein. Die Bestimmungen für iPhone und das mit Mobilfunkchip ausgestattete iPad hätten sich "seit einem Jahrzehnt" nicht geändert. Apple führe einen "globalen Angriff auf Qualcomm" durch. In der Börsenmitteilung Qualcomms heißt es weiter, es sei möglich, dass die Apple-Auftragsfertiger Teilzahlungen leisten könnten, doch sei deren Summe vermutlich unwesentlich.

Apple hatte Qualcomm im Januar verklagt und behauptet, Qualcomm verlange zu viel Geld für seine Chips und zahle eine Milliarde Dollar in versprochenen Rabatten nicht. Anfang April folgte eine Gegenklage. Juristische Aktivitäten in dem Fall laufen aber auch in anderen Ländern, darunter China. (bsc)