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Rückholung von Steuermilliarden: Trump lobt Apple-Chef

Der US-Präsident hat mit Tim Cook telefoniert und ihm für die geplanten Großinvestitionen in den USA gedankt. Der Apple-Chef sei ein "toller Typ".

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Freut sich über Apple: Donald Trump.

(Bild: dpa, Susan Walsh)

Mac & i
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Apple-CEO Tim Cook und US-Präsident Donald J. Trump galten eigentlich nicht als beste Freunde: So hatte Cook Trump etwa für die Diskriminierung von Transgender-Schülern oder wegen der drohenden Abschiebung junger Migranten scharf kritisiert. Nun herrscht zwischen beiden augenscheinlich eitel Sonnenschein: Cook sei "ein toller Typ", sagte Trump am Donnerstag bei einem Auftritt in Pittsburgh.

Grund für die positiven Worte ist die in dieser Woche von Apple vorgenommene Ankündigung, 350 Milliarden US-Dollar in den kommenden fünf Jahren die US-Wirtschaft zu leiten – auch, indem endlich Auslandsgewinne zurückgeführt werden. Dank der Trump-Steuerreform zahlt Apple hierfür lediglich 38 Milliarden US-Dollar – also weniger als 11 Prozent. Trump telefonierte daraufhin mit Cook und bedankte sich artig. Er habe anfänglich statt besagter 350 Milliarden "Millionen" verstanden, so Trump grinsend bei seiner Rede. Er glaube nicht, dass es jemals ein derart großes Investment durch eine Firma in Amerika gegeben habe.

Trump hatte schon am Tag zuvor die Apple-Entscheidung als Eigenverdienst verbucht. "Ich hatte versprochen, dass meine Politik es Unternehmen wie Apple erlauben wird, massive Geldbeträge in die USA zurückzubringen", schrieb er auf Twitter. Es sei großartig zu sehen, dass Apple angesichts der Steuerkürzungen genau das mache. "Ein riesiger Sieg für amerikanische Beschäftigte und die USA!"

Mit der Verlagerung seiner Auslandsgewinne in die USA könnte Apple die ungewöhnliche Situation beenden, dass der Konzern hohe Schulden machte, während er auf einem Milliarden-Geldberg saß. Seit Anfang 2013 nahm Apple mehr als 100 Milliarden US-Dollar Schulden auf, um die Aktionären versprochenen Dividende und Aktienrückkäufe zu finanzieren. Die Zinsen für die Anleihen zu bezahlen, war günstiger, als die Steuerrate von über 35 Prozent auf die Auslandsreserven von zuletzt über 250 Milliarden US-Dollar in Kauf zu nehmen. Mit der US-Steuerreform bringt der Konzern nun das Geld in die USA und könnte die Zahlungen an Aktionäre damit finanzieren – was einige Analysten auch erwarten. (mit Material von dpa) / (bsc)