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Sammelklage gegen Apple wegen "Serienfehler" bei der Apple Watch

Bei der Computeruhr könne sich schon nach kurzer Benutzungszeit das Display lösen, behaupten Kläger in den USA. Betroffen seien alle Baureihen.

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Apple Watch mit abgefallenem Bildschirm.

(Bild: MacRumors)

Apple bekommt es zum wiederholten Mal mit einer Sammelklage enttäuschter Nutzer zu tun. Diesmal geht es um die Apple Watch, die seit 2015 auf dem Markt verfügbare Computeruhr des Konzerns. Wie es in der in dieser Woche am Distriktgericht von Nordkalifornien eingereichten Klageschrift heißt, enthielten "alle aktuellen und früheren" Modellvarianten der Uhr, angefangen von der Series 0 bis zur derzeit jüngsten Series 3, einen Serienfehler, der dazu führe, dass sich der Bildschirm vom Gehäuse ablösen kann.

Die Anwälte des Klageführers Kenneth Sciacca schreiben weiter, zu dem Problem könne es "ohne Verschulden des Trägers der Uhr" bereits "nur Tage oder Wochen" nach dem Kauf kommen. "Apple wusste, dass die Uhren defekt sind – und zwar zum Zeitpunkt des Verkaufs oder schon davor", so die Juristen. Es handele sich um einen "Designdefekt". Apple habe diese Probleme "aktiv versteckt" und bestreite deren Existenz. Wendeten sich Kunden an den Konzern, würden die Problenfälle als "Unfallschaden" bezeichnet und eine Reparatur unter Garantie abgelehnt.

Gänzlich inaktiv ist Apple bei der Uhr in den vergangenen Jahren allerdings nicht gewesen. So gab es ein Reparaturprogramm für die Series 2 in 42-mm-Ausführung, bei der der integrierte Akku sich aufblähen kann und den Bildschirm anhebt. In solchen Fällen sollen Geräte gratis ausgetauscht werden, allerdings existiert hierzu nur eine interne Dienstanweisung, einen öffentlichen Rückruf gab es nicht. Zuvor war ein ähnliches Problem bei der Series 0 aufgetreten, auch hier gab es Hilfe vom Support.

Um welchen technischen Hintergrund es nun bei der Sammelklage konkret geht, bleibt unklar. Entweder wird die Bildschirmablösung ebenfalls durch einen anschwellenden Akku hervorgerufen oder es gibt einen anderen Fehler bei der Uhr. Wie stark sich ablösende Bildschirme bei der Uhr verbreitet sind, bleibt ebenso unklar – das Problem scheint aufgrund der angestiegenen Verkaufszahlen bei der Apple Watch mittlerweile häufiger aufzutreten als früher.

Die Sammelklage könnte Apple gegebenenfalls Millionen kosten. Allein in den USA sind mehrere Millionen Stück der Uhr verkauft worden – wie viele genau, hat der Konzern bislang nicht mitgeteilt. Klageführer Sciacca, wohnhaft im US-Bundesstaat Colorado, hatte seine Uhr im Dezember 2016 gekauft – es war eine Series 2. Sie hielt bis März 2018 durch – zu diesem Zeitpunkt löste sich der Bildschirm bei der Abnahme vom Ladegerät. Ob die Sammelklage zugelassen wird, ist noch unklar.

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(bsc)