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Siri-"Abhörerin" über Apple-Nutzer: Dirty Talk und das F.-Wort

Eine Zeitung konnte mit einer Frau reden, die für eine Apple-Partnerfirma Siri-Anfragen korrigiert. Leicht ist der Job nicht.

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Reden mit Siri.

(Bild: dpa, Alexander Heinl)

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Apples Sprachassistentin Siri bekommt von ihren Nutzern einiges zu hören. Das weiß Renate F., Mitarbeiterin eines Vertragspartners des iPhone-Konzerns, ganz genau: Sie muss laut dem Tagesspiegel Anfragen an das System transkribieren und korrigieren.

Dass das Menschen tun, ist vielen Usern unklar – auch bei Amazons Alexa und Googles Assistant ist dies aber gängige Praxis. Denn niemand kann Algorithmen des maschinellen Lernens besser trainieren.

Die Tätigkeit von F. besteht laut dem Bericht darin, auf dem Bildschirm eine Tonspur zu sehen und dann zu lesen, was Siri vom Sprachbefehl des Nutzers verstanden hat. Ist dies fehlerhaft, kann die Mitarbeiterin korrigierend eingreifen. Häufig stimme die Transkribierung, manchmal aber auch nicht. Was F. wundert: Nicht selten gibt es auch "Dirty Talk" mit Siri, was besonders Männer täten. Dann klickt sie oft auf den Knopf "unverständlich", um sich die Inhalte nicht länger anhören zu müssen, obwohl dies eigentlich nicht erlaubt sei.

Die Tätigkeit, die sich "Transcriber" oder "Corrector" nennt, wird nicht von Apple selbst durchgeführt. Stattdessen ist F. bei einer spanischen Partnerfirma angestellt, die in Barcelona sitzt. 30 Stunden pro Woche ist sie beschäftigt und höre 1200 bis 1800 Siri-Sprachfetzen pro Tag. Das Team sei international. Neben Dirty Talk hört F. auch häufig das Wort "Fotze". Es komme "überraschend oft" vor. Für Kinder sei Siri wie eine Freundin. Die gäben der Sprachassistentin außerdem die klarsten Befehle.

F. war früher als freie Fremdsprachenlehrerin beschäftigt, wollte aber ein festes Gehalt. Ihren Arbeitgeber bezeichnet sie gegenüber der Zeitung als "fair". Nach zwei Befristungen gibt es eine Festanstellung. Spanische Medien hatten zuvor von schlechten Arbeitsbedingungen bei "Transcriber"-Firmen berichtet, die unter anderem für Google tätig sind.

Wie es mit dem Job von F. jetzt weitergeht, ist unklar. Apple hatte kürzlich beschlossen, Siri-Befehle nicht mehr durch Menschen auswerten zu lassen – beziehungsweise demnächst eine Opt-In-Möglichkeit zu schaffen, mit der Nutzer erlauben können, dass dies passiert. "Wir haben bisher noch nichts von unserem Arbeitgeber gehört, ob das an unserem Job etwas ändert oder ob wir ihn sogar verlieren", sagt F., die aktuell unter Beibehaltung von Vertrag und Gehalt beurlaubt ist, aber "jederzeit zur Verfügung" stehen muss.

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(bsc)