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Siri: Apple will bald wieder mithören

Mit iOS 13.2 können Nutzer erstmals per Opt-in entscheiden, ob sie Audiomitschnitte an Apple übermitteln wollen. Auch eine Löschfunktion ist geplant.

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Künftig will Apple Siri-Audiomitschnitte erst nach Zustimmung auswerten lassen – und nur durch eigene Mitarbeiter.

(Bild: dpa, Daniel Reinhardt)

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Zur Weiterentwicklung des Sprachassistenzsystems Siri will Apple demnächst wieder Audiomitschnitte von Nutzereingaben analysieren – aber erst nach Opt-in. Den Testlauf der Funktion hat der iPhone-Hersteller mit der jüngsten Beta von iOS und iPadOS 13.2 aufgenommen. Nutzern wird nach der Installation ein Hinweis präsentiert, der über die Auswertung informiert und um Zustimmung bittet, wie Entwickler berichten. Nutzer können dem entweder zustimmen oder "später" wählen, um den Dialog zu schließen, heißt es.

Durch die Erlaubnis zum Speichern und Analysieren von Siri-Audiomitschnitten könne man bei der Verbesserung von Siri helfen, schreibt Apple in dem neuen Setup-Schritt. Ein späteres Opt-out sei jederzeit über die Einstellungen möglich. Nutzer müssen dies für jedes ihrer Geräte einzeln vornehmen.

Siri hört unter Umständen auch ungewollt zu – solche unbeabsichtigten Audioaufzeichnungen will Apple künftig löschen.

(Bild: dpa, Andrea Warnecke)

Apple hoffe, "dass viele Menschen sich dafür entscheiden werden zur Verbesserung von Siri beizutragen, mit dem Wissen, dass Apple die Privatsphäre respektiert", teilte der Konzern Ende August mit.

Die Audiomitschnitte von Siri-Eingaben wurden bislang von Apple automatisch gespeichert und in Teilen durch Mitarbeiter externer Firmen ausgewertet. Der Konzern hatte die menschliche Auswertung der Sprachbefehle erst Anfang August in Reaktion auf öffentliche Empörung gestoppt, nachdem "Siri-Grader" gegenüber Medien über intime Details berichteten, die sie in den Aufzeichnungen mithören konnten.

In den Dienstleistungsfirmen, die diese Arbeit für Apple ausführten, habe es nur laxe Datenschutzpraktiken gegeben. Apple betonte, es habe nur einen kleinen Teil der Siri-Befehle ausgewertet – weniger als 0,2 Prozent der Anfragen. Stand 2018 erhielt das Sprachassistenzsystem rund 10 Milliarden Anfragen pro Monat.

Künftig will Apple Audiomitschnitte – nach dem Opt-in – nur noch durch eigene Mitarbeiter auswerten lassen. Aufnahmen, die durch eine unbeabsichtigte Aktivierung von Siri entstanden sind, sollen gelöscht werden.

Nutzer können in Zukunft außerdem ihren "Siri- und Diktier-Verlauf" löschen, wie aus den neuen Einstellungen in iOS 13.2 hervorgeht. Die Funktion soll Siri-Interaktionen, die mit dem jeweiligen iPhone verknüpft sind von Apples Servern löschen, heißt es in der Beschreibung. Daten, die bereits zur Verbesserung des Sprachassistenzdienstes herangezogen und nicht mehr mit dem iPhone assoziiert sind, würden dadurch aber nicht gelöscht.

Wird die Löschung innerhalb von 24 Stunden nach einer Siri-Anfrage beantragt, werden Audiomitschnitt und Transkripte nicht zur Auswertung (dem sogenannten "Grading") freigegeben, wie Techcrunch berichtet.

Auch wenn der Nutzer kein Opt-in für die Audiomitschnitte gibt, wird von jeder Siri-Anfrage weiterhin ein Computer-generiertes Transkript erstellt und von Apple für bestimmte Zeit aufbewahrt. Die Mitschnitte sollen in anonymisierter Form gespeichert werden, verknüpft mit einer Zufalls-ID. Ein Teil dieser Transkripte könne von Apple oder Dienstleistern des Konzerns analysiert werden, heißt es weiter. (lbe)