Siri-Daten: Verlauf lässt sich nur begrenzt löschen

Seit kurzem können Apple-Nutzer den Siri- und Diktierverlauf löschen. Dabei werden nur die in den vorausgehenden Monaten übermittelten Daten entfernt.

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(Bild: dpa, Alexander Heinl)

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Apples neue Löschfunktion für den Siri-Verlauf deckt nur einen eingeschränkten Zeitrahmen ab: Löscht der Nutzer den Siri- und Diktierverlauf über die mit iOS 13.2 und macOS 10.15.1 eingeführte Funktion, werden jeweils maximal die in den vorausgehenden sechs Monaten gesammelten Daten von Apples Servern entfernt – und nicht etwa der gesamte Siri-Verlauf.

Apple behält sich vor, Siri-Daten bis zu zwei Jahre lang zu speichern. Siri-Anfragen, die vom Konzern zur Produktverbesserung ausgewertet werden, könne man sogar "mehr als zwei Jahre lang" aufbewahren, heißt es in der Fußnote eines Support-Dokumentes – ohne hier einen weiteren konkreten Zeitrahmen zu nennen.

Der digitale Assistent Siri kann nun auch ohne angeschlossenes Stromkabel per Sprachkommando aktiviert werden. Ein neuer Co-Prozessort macht es möglich.

(Bild: dpa, Andrea Warnecke)

Bei der Nutzung von Siri wird nicht nur die jeweilige Anfrage an Apples Server übermittelt, sondern auch zusätzliche Daten darunter Namen und Beziehungen aus dem Adressbuch, Namen der Geräte des Nutzers sowie von Mitgliedern der Familienfreigabe, Namen von Smart-Home-Hardware, Bezeichnungen von Fotoalben und eine Liste der installierten Apps, wie Apple in den Siri-Datenschutzbestimmungen erklärt.

Die Siri-Anfragen werden mit einer gerätespezifischen Zufalls-ID – und nicht der Apple-ID – verknüpft, die jeweils für sechs Monate gilt. Diese mit der Zufalls-ID verknüpften Daten sind die, die sich maximal über die neue Löschfunktion von Apples Servern entfernen lassen sollen. Ein gezieltes Löschen bestimmter Anfragen ist nicht vorgesehen.

Nach Ablauf der sechs Monate löst Apple die Verknüpfung der Anfragen von der Zufalls-ID und bewahrt sie für bis zu zwei Jahre lang auf – dieser Datensatz lässt sich vom Nutzer nachträglich dann nicht mehr entfernen.

In Apples Dokumentation zur Siri-Datenspeicherung bleibt unklar, ob die Löschfunktion nur Audiomitschnitte oder auch automatisch erstellte Transkripte der Anfragen entfernt. An einer Stelle ist davon die Rede, dass nur die "Spracheingaben" gelöscht werden, an anderen Stellen wird von "Kommunikationsverlauf" und "Interaktionen" gesprochen. Eine Nachfrage bei Apple zur Klärung blieb unbeantwortet.

Wurde der Nutzung von Siri-Audioaufzeichnungen mit iOS 13.2 widersprochen, speichert Apple weiterhin computergenerierte Transkriptionen der Anfragen. Das lässt sich nicht ablehnen, außer durch Deaktivierung und damit Nichtnutzung des Sprachassistenzsystems. Apple betont, dass keinerlei Siri-Daten zu einer Profilerstellung für Werbezwecke eingesetzt werden, "nur ein Minimum gespeichert" und die Daten auch nicht an Dritte verkauft werden. (lbe)