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Siri kommt gut mit Sächsisch klar – mit Norddeutsch manchmal weniger

Apples Sprachassistentin reagiert ganz unterschiedlich, wenn man sie im Dialekt anspricht. Immerhin gab es in den letztne Jahren Verbesserungen.

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App "Siri"

Quatschen mit Siri.

(Bild: dpa, Alexander Heinl)

Für Norddeutsche, die ausnahmsweise mal in Plauderlaune sind, ist Siri nichts. "Siri, wollen wir mal klönen?" – bei dieser Frage muss die smarte Spracherkennung von Apple passen.

Fragt man Siri, wo es die nächsten Brötchen gibt, erscheint sofort eine Karte mit den Bäckereien in der Umgebung. Bei der Frage eines Hamburgers nach "Rundstücken" muss der Sprachassistent dagegen passen.

Beim "Peterwagen" verweist Siri immerhin auf Wikipedia-Einträge zum Polizeiwagen. Das ursprünglich für kleine Kinder verwendete plattdeutsche Kosewort "Schietbüdel" lässt die Assistentin hingegen ratlos zurück. Und auch in vielen anderen Fällen kommen ausweichende Antworten oder manchmal ein: "Das weiß ich leider nicht." Besser klappt das Gespräch mit einem freundlichen "Moin Moin". Hier kommt bei Siri prompt ein "Hallo" oder auch mal ein "Hi" zurück.

Auch bei anderen Dialekten gibt es Aussetzer. "Ich arbeite noch an Oachkatzlschwoaf", antwortet Siri – gefragt, ob sie Dialekt sprechen kann. Ganz flüssig klingt die bairische Vokabel für den "Eichhörnchenschwanz" tatsächlich noch nicht. Einiges haben die Macher der Spracherkennung bei Apple aber schon programmiert: Aus dem bairischen "Buidl" etwa wird erfolgreich "Bild". Sächsisch versteht Siri recht problemlos.

Ist Dialekt also kaum noch eine Herausforderung für die Technik von heute? Nun ja. "Hinterfotzig" scheut sich Siri offenbar zu übersetzen – und macht daraus wahlweise "hinter 40" oder "Vorzüge".

"Bei lernenden Systemen gibt es einen Toleranzbereich", sagt Sprachwissenschaftler Lars Bülow von der Universität Passau, der an Tests von Sprach-Dialog-Systemen im Automotive-Bereich mitgewirkt hat. Regional gefärbte Alltagssprache mit rollendem R oder dumpfem A mache der Technik meist keine großen Probleme.

Zu berücksichtigen seien aber lexikalische Varianten – also unterschiedliche Wörter für denselben Begriff – sowie akustische und grammatikalische Variationen, erklärt Bülow. Allein Deutschland lasse sich bei der Unterscheidung von Dialekten in 40 bis 50 kleinräumige Regionen unterteilen. "Die Frage ist, wie sensibel soll programmiert werden?"

Interessant wäre da natürlich ein Blick hinter die Kulissen. Doch Apple mag sich beim Thema Dialekte/Spracherkennung nicht in die Karten gucken lassen. Ein Sprecher verweist lediglich darauf, dass in den Einstellungen des iPhones Sprachvarianten wie "Deutsch (Österreichisch)" und "Deutschland (Schweiz)" ausgewählt werden können.

Klar ist: Den ein oder anderen Scherz haben sich die Programmierer erlaubt: Fragt man Siri, ob sie Dialekt sprechen kann, bekommt man als Antwort: "Mein Dothrakisch ist gar nicht mal so schlecht", worüber "Game-of-Thrones"-Fans schmunzeln dürften. (mit Material von dpa) / (bsc)