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Smart-Home-Vernetzung: Apple schließt sich Thread Group an

Mit Unterstützung des Thread-Netzwerkprotokolls könnte Apple die eigene Heimvernetzungstechnik HomeKit flexibler und offener machen.

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Smart-Home-Vernetzung: Apple schließt sich Thread Group an

Apple ist nun Mitglied der Thread Group, die ein Mesh-Netzwerkprotokoll für die Vernetzung von Smart-Home-Geräten entwickelt. Die Allianz zählt bereits zahlreiche Branchengrößen zu den Mitgliedern, darunter die Google-Tochter Nest, ARM, Siemens, Qualcomm, Osram, Samsung und Bosch.

Apple wird von der Thread Group auf der höchsten Mitgliedsstufe gelistet, als sogenannter "Sponsor" erhält der iPhone-Konzern einen Platz im Board of Directors der Allianz und kann die Weiterentwicklung des Protokolls maßgeblich beeinflussen.

Die Thread Group will eine einheitliche Vernetzung von Smart-Home-Geräten ermöglichen. Bei der Technik handelt es sich um ein IPv6-basiertes Mesh-Netzwerkprotokoll, das auf 6LoWPAN (IPv6 over Low Power Wireless Personal Area Networks) aufsetzt.

Weder die Thread Group noch Apple haben den Schritt bislang kommentiert, welche Pläne Apple mit dem Netzwerkprotokoll hat, bleibt vorerst also offen. Apples eigene Heimvernetzungstechnik HomeKit unterstützt derzeit nur WLAN und Bluetooth.

HomeKit-Geräte können aus Apples Home-App und per Siri angesteuert werden.

(Bild: Apple)

Gerade letztere Funktechnik deckt nur kleine Distanzen ab und erfordert die Installation von Home-Hubs in Gestalt von anderer Apple-Hardware wie Apple TV, HomePod oder eines heimischen iPads, um derartige Geräte von unterwegs vom iPhone aus ansteuern zu können.

Ein Mesh-Netzwerkprotokoll könnte das flexiblere und weiträumigere Einbinden von Smart-Home-Hardware in bestehende HomeKit-Heimautomation ermöglichen.

Eine Einbindung anderer Smart-Home-Protokolle schien Apple bislang abgeneigt, so hat der Konzern Berichten zufolge dem Hersteller einer Heimautomatisierungs-Bridge im vergangenen Jahr die HomeKit-Zertifzierung verweigert – die Bridge sollte auch andere Protokolle wie ZigBee und Z-Wave einbinden. Mit dem Homee-Gateway arbeitet inzwischen ein deutscher Hersteller an einer ähnlichen Integration von HomeKit, bislang ist dies noch in der Betaphase.

Apple arbeitet aber seit gut einem Jahr auf eine Öffnung von HomeKit hin, um die Verbreitung der eigenen Heimvernetzungstechnik voranzutreiben: Hersteller haben inzwischen die Option, ihre Geräte per Software für HomeKit zu authentifizieren statt zwingend einen von Apple abgesegneten Chip verbauen zu müssen. (lbe)