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Software-Hersteller raten Musikern vom Upgrade auf Lion ab

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Der Berliner Musiksoftwarehersteller Ableton rät seinen Kunden mit Macs momentan noch von einem Update auf das Betriebssystem Mac OS X 10.7 alias Lion ab, das Apple seit Mittwoch anbietet. Begründet wird das mit Problemen, die die aktuelle Version der Digital Audio Workstation(DAW) Ableton Live noch mit Lion habe.

Das Programm könne einfrieren oder abstürzen, wenn es MIDI-Daten herausschickt – unabhängig davon, ob diese an ein externes Audio-Interface oder über den internen IAC-Bus laufen. Ableton arbeitet nach eigenen Angaben mit Hochdruck an einem Update, das dieses Problem behebt.

Auch Steinberg rät seinen Kunden zu Geduld. Der Hersteller von Cubase und anderen Anwendungen empfiehlt auf seiner Website, das Ergebnis der hausinternen Kompatibilitätstests abzuwarten. Ergebnisse für die einzelnen Steinberg-Produkte liegen derzeit noch nicht vor.

Update:
Auch Software-Hersteller Avid weist Nutzer seines Programms "Pro Tools" inzwischen darauf hin, dass die aktuelle Version 9 der Digital Audio Workstation sowie alle vorherigen Fassung nicht mit Lion kompatibel sind. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben derzeit mit Apple an einer Lösung und werde unverzüglich Bescheid geben, wenn es einen Erfolg zu vermelden gibt.

Native Instruments machte bislang noch keine Aussage zur Kompatibilität seiner Programme mit der finalen Fassung von Mac OS X 10.7, hatte aber bereits am 23. Juni mitgeteilt, dass mit einer Vorversion des Mac-Betriebssystems Schwierigkeiten aufgetreten seien. Diese beträfen die 64-Bit-Version der Musiksoftware des Unternehmens und würden zu Abstürzen führen – unabhängig davon, ob die Programme als Plug-ins oder in der Stand-alone-Version laufen. Nach letzten Informationen gibt es bislang nur für den Drum-Sampler Battery einen Bugfix, für die übrigen Programme sollen die nötigen Updates bis spätestens September erscheinen. Vorsorglich riet auch Native Instruments schon damals dazu, die 32-Bit-Fassungen zu nutzen beziehungsweise von einem Update auf Lion vorerst abzusehen.

2. Update:
Universal Audio hat bekannt gegeben, dass die Plug-ins für seine DSP-Plattform UAD(2) in der aktuellen Fassung nicht mit Lion kompatibel sind. PreSonus hat sich bezüglich seiner Digital Audio Workstation Studio One noch nicht direkt geäußert; bekannt ist nur, dass es für das Audio-Interface Firestudio Mobile des Unternehmens noch keine Lion-Treiber gibt. Ein PreSonus-Mitarbeiter machte im offiziellen Forum am 5. Juli jedoch die sehr allgemeine Aussage, dass "Lion noch kein unterstütztes Betriebssystem" sei. Zwei Tage später teilte er dann noch mit, dass es "keine neuen Infos bezüglich Lion und PreSonus-Produkten" gäbe.

Während in den meisten Fällen Programme und Treiber von MOTU-Produkten nach eigenen Angaben des Unternehmens Lion-kompatibel seien, gelte dies momentan noch nicht für MOTUs Audio- und Midisequenzer Digital Performer. Nutzer werden daher gebeten, vor dem Lion-Update auf die kommende Programmversion 7.2.4 zu warten.

Damit wäre aktuell keine große DAW eines Fremdherstellers für Lion-Nutzer verfügbar. Apples eigenes Produkt Logic soll unter dem neuen Betriebssystem funktionieren – allerdings hält sich der Spaß in Grenzen, da es ja Probleme mit etlichen Plug-ins gibt.

Zudem stehen noch nicht für alle Audio-Interfaces passende Treiber zur Verfügung. Apogee hat eine Liste veröffentlicht, auf der man nachschauen kann, ob die Produkte des Unternehmens unter dem neuen OS laufen – und eventuell mit welchen Einschränkungen. So soll beispielsweise für das Interface "Duet" erst im August die Kompatibilität mit Lion hergestellt werden. Im Netz findet man allerdings bereits Workarounds. Für Audio-Interfaces von Focusrite findet man eine Liste der zu Lion kompatiblen und inkompatiblen Geräte auf der offiziellen Website des Unternehmens.

3. Update
Und es gibt doch noch eine positive Meldung: Propellerhead hat bekannt gegeben, dass seine Produkte Reason und Record unter Mac OS X 10.7 einwandfrei funktionieren. Auf ReCycle müssen Anwender unter dem neuen Betriebssystem allerdings verzichten, da das Programm die PowerPC-Emulationsumgebung Rosetta benötigt, die bei Lion fehlt und sich nach derzeitigem Kenntnisstand auch nicht nachistallieren lässt. (nij)