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Sonos verärgert Nutzer mit Account-Zwang

Ohne Benutzerkonto lässt sich die Sonos-App künftig nicht mehr einsetzen – auch Änderungen am Setup und eine Aktualisierung wird unmöglich.

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Sonos-Lautsprecher

Sonos: Ohne Account bald kein Sound.

(Bild: dpa, Christoph Dernbach)

Das jüngste Update für Sonos' iPhone-App hat Nebenwirkungen. In der neuen Version 9, die Unterstützung für Apples Streaming-Technik AirPlay 2 bringt, erfordert die App das Anlegen eines Sonos-Accounts: "Schließe die Einrichtung deines Sonos-Kontos ab, um das Sonos-System weiterhin zu verwenden", blendet der Hersteller dort in einer Mitteilung ein, wie Leser berichten. Bislang war ein Sonos-Benutzerkonto nur für die Verknüpfung bestimmter Cloud-Dienste wie etwa Amazon Alexa erforderlich, das App-Update scheint den Kontozwang nun generell einzuführen. Auch die Android-App verlangt nun nach einem Nutzerkonto.

Auch simple Aktionen wie Änderungen am Setup – etwa das Hinzufügen eines weiteren Lautsprechers – erfordern nun zwangsläufig das Anlegen eines Sonos-Kontos, das gleiche scheint für Software-Updates zu gelten. Man halte die Account-Pflicht für eine "sinnvolle Vorsichtsmaßnahme" – deshalb habe man diese nun generell eingeführt, verteidigt der Sonos-Support den Schritt gegenüber erzürnten Nutzern auf Twitter. Lautsprecher würden mit dem Account verknüpft und deshalb müsse man ein passwortgeschütztes Konto anlegen, dies sei auch als Schutz gedacht, um einen Fremdzugriff auf das heimische Sonos-System zu verhindern, schreibt der Support und merkt an, ein Großteil der Nutzer würde einen derartigen Account sowieso schon verwenden.

Ob der Account-Zwang bereits generell für alle Nutzer gilt, bleibt vorerst unklar. In einem Support-Eintrag vermerkt der Hersteller derzeit noch, dass ein Account “schon bald" Voraussetzung für die Nutzung von Sonos sein werde. Die App könnte dann ohne eingerichtetes Nutzerkonto jegliche Funktion verlieren.

Ohne Account soll bei Sonos künftig nicht nichts mehr laufen.

Sonos erhebt seit der Änderung der Datenschutzerklärung im vergangenen Jahr bereits erheblich mehr Daten.

So sammelt der Hersteller zur Verbesserung der Produkte etwa Angaben wie E-Mail-Adresse, den Standort (anhand der IP-Adresse), Spracheinstellungen, Seriennummern, verwendete Betriebssysteme, Software-Versionen, Tonquellen, Signaltypen, Raumkonfiguration, Audioeinstellungen, Ausrichtung der Lautsprecher und auch die Verwendung von verknüpften Streaming-Diensten.

Die Maßnahme hat bereits zu zahlreichen Negativ-Bewertungen und wütenden Rezensionen der bislang sehr gut bewerteten App in Apples App Store und dem Google Play Store geführt.

Neben dem neuen Account-Zwang bemängeln Nutzer dort das Wegfallen einer weiteren wichtigen Funktion: In Version 9.0 der iOS-App fehlt nämlich die praktische Möglichkeit zur Fernsteuerung der Musikwiedergabe über den iPhone-Sperrbildschirm – sobald ein AirPlay-fähiges Gerät im Netzwerk des Nutzers zu finden ist, wie Sonos in einem Support-Eintrag einräumt. Um die Steuerung im Lockscreen weiter zu verwenden, müsse man alle AirPlay-Geräte vom Netz nehmen.

[Update 17.07.2018 14:40 Uhr] Auch die Android-App fordert inzwischen zur Einrichtung eines Sonos-Kontos auf. (lbe)