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Spotify: Apple hat beim Streaming immer einen Wettbewerbsvorteil

Obwohl der schwedische Musikdienst doppelt so viele zahlende Abonnenten wie Apple Music hat, warnt Spotify in seinem Börsenprospekt vor der Konkurrenz durch den iPhone-Konzern. Der kontrolliere schließlich die Plattform.

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Spotify macht derzeit noch Verluste.

(Bild: dpa, Jörg Carstensen/dpa)

Spotify hat in seinem Börsenprospekt zum geplanten Gang an die New Yorker Börse NYSE vor Gefahren durch die Marktmacht Apples gewarnt – obwohl dessen konkurrierender Musikdienst Apple Music bislang deutlich weniger Kunden hat. Laut jüngster Zahlen aus dem Februar 2018 konnten die Schweden 71 Millionen zahlende Abonnenten gewinnen, während der iPhone-Produzent bei 36 Millionen liegt. Allerdings scheint der Apple-Dienst schnell zu wachsen.

In Spotifys Börsenprospekt, der "Form F-1", die bei der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) eingereicht wurde, heißt es, das Unternehmen sei überzeugt, aktuell doppelt so groß wie der nächste Konkurrent – also Apple Music – zu sein. Dennoch bestehee die Gefahr, dass Wettbewerber künftig einen höheren Markenwiedererkennungswert, bessere Beziehungen mit Musik- und Inhalte-Lizenzgebern oder Geräteherstellern haben könnten. Gleiches gelte auch für finanzielle, technische sowie weitere Ressourcen und modernere Verfahren.

Spotify warnt potenzielle Anleger auch vor der Gefahr durch Apples App Store – sowie den Online-Laden von Google. Die Dienste belasteten das Unternehmen mit Gebühren für In-App-Verkäufe, für ihre eigenen Anwendungen hingegen nicht. "Das schafft einen Wettbewerbsvorteil gegen uns."

Der Musikdienst hatte schon in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass Apple mit harten Bandagen kämpft. Zuletzt hatte Spotify im vergangenen Jahr zusammen mit Deezer und anderen Musikdiensten sogar eine Beschwerde bei der EU-Kommission gegen Apple eingereicht.

Plattformbetreiber dienten als Gatekeeper. Apple Music habe einen unfairen Vorteil. Der Streamingdienst müsse 30 Prozent an Apple abführen, Apple nicht, weil es seine eigene Plattform ist. 2016 hatte Spotifys Hausjurist gegenüber der US-Politik betont, dass Apple seinen App Store gar als "Waffe" gegen Konkurrenten nutze, weil der Konzern die Zulassungsprüfung für Apps in der Hand hat. (bsc)