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Spotify: Apples neue App-Abos gehen "Kern des Problems" nicht an

Die geplante Änderung rund um iOS-App-Abonnements reicht nach Ansicht des Musik-Streaming-Dienstes nicht weit genug. Spotify beklagt seit längerem die "Apple-Steuer" – der iPhone-Konzern verdient an jedem Abo kräftig mit.

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(Bild: dpa, Daniel Bockwoldt/Illustration)

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Spotify sieht Apples neue App-Abonnements nur als "nette Geste". Den "Kern des Problems mit der Apple-Steuer und dem Bezahlsystem" gehen diese jedoch nicht an, bemängelte ein Sprecher des Musik-Streaming-Dienstes gegenüber The Verge. So verhindere der iPhone-Hersteller etwa weiterhin Flexibilität bei der Preisgestaltung, spezielle Angebote oder Rabatte seien nicht möglich, lautet einer der Kritikpunkte.

Apple drängt sich zudem unverändert zwischen Entwickler und ihre Kunden, so Spotify – so lasse sich etwa nicht ermitteln, warum Nutzer kündigen oder wer schon lange Abonnent ist.

Der iPhone-Hersteller hat umfassende Änderungen bei den App-Abonnements angekündigt: Künftig können Apps aus allen Kategorien die Bezahlschnittstelle nutzen, bislang war dies unter anderem Streaming-Diensten wie Spotify vorbehalten. Ab dem zweiten Jahr eines Abonnements zahlt das Unternehmen außerdem mehr an Entwickler aus: Nach 70 Prozent des Verkaufspreises im ersten Jahr schüttet Apple ab dem zweiten Jahr 85 Prozent aus – den Rest behält der Konzern ein.

Spotify ist ein prominenter Kritiker von Apples Umsatzbeteiligung bei Abonnements: Der Dienst verkauft – ebenso wie manche andere Anbieter – sein gewöhnlich für 10 Euro pro Monat angebotenes Abonnement in der iOS-App stattdessen für rund 13 Euro, um dadurch die Abgabe an Apple abzudecken. Spotify erwirtschaftet erheblichen Umsatz mit iOS, die App des Streaming-Dienstes ist gewöhnlich weit oben in den Charts der umsatzstärksten Angebote zu finden.

Im vergangenen Jahr hat angeblich auch die US-Handelsaufsicht auf Beschwerden hin eine Untersuchung aufgenommen, ob Apples Beteiligung wettbewerbsschädigend ist. Dies verschaffe beispielsweise Apple Music einen Vorteil, schließlich müsse der Konzern die zusätzliche Abgabe selbst nicht stemmen.

Das Problem wird verschärft dadurch, dass Abonnements in iOS-Apps nur über Apples Bezahlschnittstelle angeboten werden dürfen. App-Anbietern ist zudem untersagt, in der App auf eine externe Möglichkeit zu verweisen, um das Abo abzuschließen – etwa die eigenen Webseite. Spotify hat deshalb im vergangenen Jahr versucht, Nutzer mit einer E-Mail-Kampagne dazu zu bewegen, ihr Abonnement direkt bei dem Anbieter statt bei Apple abzuschließen. (lbe)