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Spotify-Chef: Apple Music & Co stehlen uns keine Nutzer

Die mächtigen Wettbewerber im Musik-Streaming-Geschäft hätten keine “nennenswerten Auswirkungen” auf Spotify, betonte der Chef des Dienstes. Zum Börsengang hatte Spotify jüngst vor Apples Marktmacht gewarnt.

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Spotify

Spotify ist der größte unter den zunehmend beliebten Musik-Streaming-Diensten.

(Bild: dpa, Daniel Bockwoldt)

Spotify pocht darauf, dass das Musik-Streaming-Geschäft groß genug für mehrere Anbieter ist: Man halte dies nicht für einen “Winner takes all”-Markt, betonte Spotify-Chef Daniel Ek in einer Konferenzschaltung mit Analysten nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen. Spotify könne bislang keine “nennenswerten Auswirkungen” durch die Wettbewerber erkennen. Alle Dienste würden sich in einem wachsenden Markt bewegen und Spotify werde sich deshalb darauf konzentrieren, den Markt insgesamt sowie den eigenen Anteil zu vergrößern, so Ek.

Mit 75 Millionen Abonnenten hat Spotify fast doppelt so viele zahlende Nutzer wie der größte Konkurrent Apple Music, der inzwischen die 40-Millionen-Marke überschritt. Zum Börsengang hatte Spotify jüngst noch vor Apples Marktmacht gewarnt – als Plattformbetreiber sei der iPhone-Konzern automatisch im Vorteil.

Jüngsten Berichten zufolge wächst Apple Music im Heimatmarkt USA inzwischen so stark, dass Apple den schwedischen Dienst in Kürze in Bezug auf zahlende Nutzer einholen könnte. Apple Music ist Teil der vorinstallierten Musik-App und wird jedem Nutzer beim ersten Öffnen der App zum kostenlosen Test angeboten. Inzwischen versucht Apple zudem, die Nutzer erneut zum Abschluss eines Abonnements zu locken, die den dreimonatigen Testzeitraum bereits “verbraucht” haben.

Spotify versucht seit längerem, politischen Druck aufzubauen, um Apples Vorteile zu verringern: Das Unternehmen nutze die Zulassungsprüfung des App Stores “als Waffe um Konkurrenten zu schaden”, führte Spotifys Chef-Jurist vor zwei Jahren aus.

Ende 2017 haben sich Spotify und andere Online-Dienste an die EU-Kommission gewendet, sie solle “unfairen Praktiken” bei Plattformanbietern wie Apple einen Riegel vorschieben. Beim Verkauf eines Abonnements über die iPhone-App, muss Spotify bis zu 30 Prozent an Apple abführen – und sei damit klar im Nachteil, schließlich könne Apple Music zum gleichen Abo-Preis angeboten werden ohne dass dafür eine Provision entrichtet werden muss. (lbe)