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Spotify sieht Apple als "Monopolist"

Die Geschäftspraktiken des iPhone-Konzerns würden "klar gegen das Gesetz verstoßen", moniert Spotify – und schiebt weitere Vorwürfe nach.

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Spotify

Spotify will Abos in der iPhone-App verkaufen, ohne Apple daran zu beteiligen.

(Bild: dpa, Sophia Kembowski)

Der Konflikt zwischen Spotify und Apple gewinnt an Schärfe: "Jeder Monopolist" könne das eigene Fehlverhalten nicht sehen und behaupte, für Wettbewerber und Kunden nur das Beste zu wollen, teilte Spotify mit.

Apple hatte in Anschluss auf eine EU-Kartellbeschwerde des Musik-Streaming-Dienstes betont, man wolle "den Kuchen für alle vergrößern" und dass App-Anbieter florieren – auch wenn diese Konkurrenten sind.

Spotify beklagt, dass Apple an jedem Spotify-Abonnement bis zu 30 Prozent mitverdienen will – und hat in der vergangenen Woche eine Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. Die Wettbewerbshüter wollen nun prüfen, ob Apple eine marktbeherrschende Stellung innehat.

Apples Geschäftspraktiken würden Wettbewerb sowie Kunden schaden und "klar gegen das Gesetz verstoßen", wie ein Spotify-Sprecher gegenüber dem Magazin Variety betonte. Apple erachte alle Spotify-Nutzer auf iOS als seine eigenen Kunden – statt als Spotify-Kunden, das sei auch das Kernproblem.

Dienste, die digitale Inhalte direkt in der iOS-App verkaufen, müssen dafür Apples In-App-Bezahlschnittstelle (IAP) nutzen, der Einsatz externer Bezahldienste ist nicht erlaubt. Bei jedem Einkauf erhält Apple 30 Prozent des Kaufpreises, auch bei Abonnements. Dort verringert sich der Anteil erst ab dem zweiten Abo-Jahr auf 15 Prozent und auch nur, wenn sich um Abonnements mit automatischer Verlängerung handelt. Apps ist es zudem strikt untersagt, auf externe Abo-Möglichkeiten zu verweisen, etwa in Form eines Links.

Diese 2011 von Apple eingeführten Klauseln sorgen bei manchen Anbietern digitaler Dienste schon länger für Verärgerung. Spotify hat Apples In-App-Bezahlschnittstelle aus der App entfernt, das Premium-Abo lässt sich so nicht mehr direkt in der App buchen. Jüngst zog sich auch Apples langjähriger Partner Netflix zurück: Das Buchen eines Netflix-Abos ist auf iPhone und iPad nicht länger möglich. Apple will den Umsatz mit der Dienstesparte bis 2020 verdoppeln. Einen größeren Anteil des Milliardenumsatzes steuert die Provision bei, die Apple für den Verkauf von Abos und Inhalten einbehält. (lbe)