Menü
Mac & i

Spotlight-Suche in OS X 10.10: Schnüffelvorwürfe gegen Apple

In den Standardeinstellungen überträgt die Suchfunktion in Yosemite neben Suchbegriffen auch Standortdaten ins Internet. Apple zufolge sind diese aber nicht genau, zudem würden keine IPs gespeichert.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 114 Beiträge

Mit dem neuen Mac-Betriebssystem OS X 10.10 Yosemite, das seit Ende letzter Woche kostenlos heruntergeladen werden kann, krempelt Apple auch seine Systemsuche Spotlight um. Sie durchforstet nun defaultmäßig nicht mehr nur lokale Daten, sondern greift auch auf Infos aus dem Web zurück, etwa von Wikipedia, Nachrichtenseiten, Apples Suchmaschinenpartner Microsoft Bing und den iTunes- und App-Store-Angeboten Cupertinos.

Damit diese "Spotlight Suggestions" funktionieren, baut das Betriebssystem eine Verbindung zu Apples Servern auf. Wie dem Sicherheitsforscher Ashkan Soltani aufgefallen ist, werden dabei auch Ortsdaten erfasst. Ähnliches berichtet auch die Washington Post. Interessant dabei ist auch, dass die Übertragung offensichtlich bereits startet, wenn man Spotlight aufruft – das zumindest legt eine SSL-Proxy-Analyse Soltanis nahe.

Spotlight scheint schon beim Öffnen Ortsdaten zu erfassen, wie die Nutzung eines SSL-Proxys zeigt.

(Bild: Ashkan Soltani/Twitter)

Apple selbst sieht darin kein Problem, wie der Konzern in einem Statement gegenüber dem Fachdienst iMore mitteilte. Man "minimiere" die bei Spotlight Suggestions übertragenen Daten. So behalte man weder IP-Adressen der Nutzergeräte noch erfasse man genaue Ortsdaten, letztere würden "verwischt" (blurred).

Zudem setze man keinen dauerhaften Identifier ein, mit dem es möglich wäre, die Suchhistorie zu speichern. Stattdessen verwende man eine "anonyme Session-ID", die nach 15 Minuten verworfen werde. Auch Suchanfragen bei Microsoft Bing sollen über Spotlight datenschutzfreundlich erfolgen, erklärt Apple in dem Statement. Man leite "im Allgemeinen" (commonly) nur die Suchbegriffe sowie Ortsdaten auf Städteebene an Bing weiter. Microsoft speichere die Suchbegriffe nicht und erhalte auch keine IPs. "Wir stehen voll und ganz hinter dem Schutz der Privatsphäre unserer Nutzer", sagt der Konzern. Datenschutz sei "direkt in unsere Produkte eingebaut".

Details zu Apples neuer Spotlight-Suche hatte der Konzern zuvor in seinen Datenschutzbedingungen und in einem Supportdokument ausgeführt. DIe "Spotlight Suggestions" lassen sich zudem recht einfach abdrehen. Dazu begibt man sich in die Systemeinstellungen und deaktiviert unter "Spotlight" sowohl die Spotlight-Vorschläge als auch die Bing-Websuche. Aber obacht: Auch Safari verfügt unter OS X 10.10 über Spotlight mit Vorschlagsfunktion. Diese muss man direkt in Safari abstellen, damit Suchanfragen (und eventuell Ortsdaten) nicht weitergeleitet werden. (bsc)