Staatliche Anfragen: Apple gibt mehr iCloud-Daten heraus, entfernt weniger Apps

Dem jüngsten Transparenzbericht des Konzerns zufolge wird das Interesse staatlicher Stellen an iCloud-Inhalten immer größer. Apple hat dazu noch den Schlüssel.

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(Bild: THINK A/Shutterstock.com)

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Apple rückt auf staatliches Geheiß immer mehr iCloud-Nutzerdaten heraus. Zu 1927 Anfragen – etwa Durchsuchungsbeschlüssen oder strafbewehrten Anordnungen – habe man iCloud-Inhalte an Behörden übermittelt, wie der Konzern in seinem jüngsten halbjährlich veröffentlichten Transparenzbericht mitteilte. Insgesamt stieg die Zahl der weltweiten staatlichen Anfragen zu Apple-ID-Accounts auf ein neues Hoch von 6480.

iCloud-Inhalte können etwa Fotos, iPhone-Backups, E-Mails und Kontakt- sowie Kalenderdaten enthalten, wie Apple in dem Bericht ausführt, der das erste Halbjahr 2019 abdeckt. Welche Daten im Detail übermittelt wurden, bleibt unklar.

Den weitaus größten Teil an Anfragen zu iCloud-Inhalten erhält Apple von US-Behörden, an diese geht auch der größte Teil der Nutzerdaten (1568 Anfragen, in denen iCloud-Inhalte übermittelt wurden). Mit weitem Abstand folgte Brasilien auf dem zweiten Platz (351 Anfragen). Auch aus Deutschland hat Apple in dem Zeitraum 459 Anfragen zu Benutzerkonten erhalten. 35 der Anfragen habe man zurückgewiesen, schreibt Apple, zu 344 Anfragen seien Daten übermittelt worden – aber nur "Nicht-Inhalte", das kann etwa Metadaten zu Account-Verbindungen und Transaktionen umfassen.

Ein Teil der iCloud-Dienste setzen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein und sollen es so unmöglich machen, dass Dritte – und Apple – darauf Zugriff erhalten. Für zentrale Dienste wie Fotos und iCloud-Backups, die einen Großteil der iPhone- und iPad-Daten umfassen, besitzt Apple allerdings weiterhin den Schlüssel. CEO Tim Cook stellte im Herbst 2018 in Aussicht, man wolle den Schlüssel zu iCloud loswerden, es sei aber schwer abzuschätzen, wann sich "diese Praxis ändert".

In den USA ist der Konzern gerade in eine neue öffentliche Auseinandersetzung mit dem FBI über den Zugriff auf verschlüsselte Daten geraten: Die US-Bundespolizei will Hilfe beim Entsperren zweier iPhones erhalten, das lehnt Apple ab. Zugleich kann der Konzern bislang aber auf richterliche Anweisung iCloud-Daten herausgeben, zu denen er den Schlüssel besitzt.

Die Zahl der auf staatliches Geheiß hin entfernten "illegalen" Apps ging nach Apples Zählung im zweiten Halbjahr 2019 auf 217 Stück zurück. Wegen staatlicher Hinweise auf die Verletzung von App-Store-Regeln habe man nun weltweit 97 Apps gelöscht, teilte Apple erstmals mit. Entsprechende Anfragen seien aus China und Russland gekommen und stünden im Zusammenhang mit illegalem Glücksspiel. (lbe)