Menü
Mac & i

Stabilitätsprobleme: Developer kritisiert Apples schnelle OS-Wechsel

Jedes Jahr ein neues Betriebssystem für Mac und iPhone: Apple legt bei seiner wichtigsten Software ein hohes Tempo vor – was auch auf Kosten der Fehlerfreiheit geht. Der bekannte Entwickler Marco Arment fordert nun ein Umdenken.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 370 Beiträge
OS X Yosemite

Nutzer von OS X Yosemite haben beispielsweise seit Monaten mit WLAN-Problemen zu kämpfen.

(Bild: Apple)

In einem am Sonntag erschienenen Blogeintrag hat der renommierte iOS- und OS-X-Developer Marco Arment Apple dazu aufgefordert, seine Softwarequalität zu verbessern. Während die Hardware des Unternehmens "niemals besser" gewesen sei, befinde sich Apple dort in den letzten Jahren "in einem Sturzflug". Dies verursache bei ihm "schwere Zukunftsängste", so Arment, der unter anderem Instapaper und Overcast entwickelt hat

"Ich schreibe das hier auf einem Computer, dessen Existenz ich mir vor kurzem kaum vorstellen konnte, doch es läuft ein Betriebssystem darauf, das peinliche Fehler und fundamentale Rückschritte enthält." Noch vor wenigen Jahren hätten sich Mac-Nutzer über Windows-Nutzer dauernd lustig gemacht, wenn solche Bugs in deren "schlechterem Betriebssystem" steckten, "doch das können wir nicht mehr".

"It just works" mit vielen Fußnoten

Apples Slogan "It just works" ("Es funktioniert einfach") sei nie vollständig wahr gewesen, doch die Liste an Fußnoten sei "niemals länger" gewesen als heute. Man müsse Updates für Apples Betriebssysteme und Anwendungen mittlerweile mit "ähnlich extremer Skepsis und Unbehagen" betrachten, wie man sie nur von konservativen Windows-IT-Abteilungen kenne.

Arment kritisierte, dass Apple zu sehr auf das Marketing setze. Die Veröffentlichung neuer Hauptversionen von iOS und OS X jedes Jahr sei schlicht "unmöglich für das Entwicklungsteam", wenn dieses die Qualität hochhalten wolle. Das gelte nicht nur für Apple, niemand könne bei diesen Ansprüchen besser sein.

Nicht jedes Jahr eine neue Hauptversion

Das Problem sei "sehr einfach": "Apple macht zu viel und hat unrealistische Deadlines." Die Nutzer benötigten nicht jedes Jahr eine neue Hauptversion ihres Betriebssystems und eine lange Liste neuer Funktionen. "Unsere Computer, Telefone und Tablets müssen als erstes gut funktionieren, damit wir die neuen Funktionen genießen können."

Arment fordert daher eine gesunde, schrittweise und nachhaltige Entwicklungsgeschwindigkeit. Er fürchte, Apples Management habe allerdings noch nicht begriffen, wie "schwer und tiefgehend" die Softwareprobleme die Reputation der Firma beschädigt hätten. (bsc)