Menü

Start-up für Server-Chips gegründet: Apple verklagt ehemaligen Mitarbeiter

Apple wirft dem Chip-Experten Vertragsbruch vor. Die Klauseln seien illegal, kontert dieser, der Konzern habe zudem ohne Zustimmung Kommunikation überwacht.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 26 Beiträge

(Bild: Sukrita Rungroj/Shutterstock.com)

Von

Apple ist gegen einen leitenden Chip-Entwickler vor Gericht gezogen, der das Unternehmen im Frühjahr verlassen und anschließend eine Firma für Server-Chips gegründet hat. Apple wirft Gerard Williams Vertragsbruch vor, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Williams war rund neun Jahre für Apple tätig. Die Klage wurde schon im August eingereicht (Az: 19-CV-352866, Superior Court of the State of California, County of Santa Clara).

Williams habe während seiner Zeit als Apple-Mitarbeiter schon die Gründung des eigenen Unternehmens vorbereitet, das in direkter Konkurrenz stehe, lautet Apples Vorwurf. Der leitende Angestellte habe zudem "zahlreiche Apple-Entwickler" für sein neues Start-up rekrutiert. Williams war bei Apple zuletzt als Senior Director im Bereich Plattformarchitektur für die Weiterentwicklung von Apples ARM-basierter A-Chip-Reihe verantwortlich.

Diese Klauseln in Apples Mitarbeitervertrag seien unter kalifornischem Recht illegal, konterte Williams inzwischen in einer eigenen Eingabe, die The Register veröffentlicht hat; Mitarbeitern müsse es vor einer Kündigung möglich sein, nach einer zukünftigen Anstellung zu suchen oder ein konkurrierendes Unternehmen zu gründen.

Der Chip-Entwickler erhebt zugleich Vorwürfe gegen Apple, der Konzern habe seine Kommunikation ohne Zustimmung überwacht: Die Klage des Unternehmens zeige, dass Apple "Telefonaufzeichnungen und Textnachrichten der Mitarbeiter überwacht und untersucht". Apple dürfe keine Textnachrichten als Beweis für einen Vertragsbruch ins Feld führen, da diese Nachrichten vertraulich seien, argumentieren die Anwälte des Chip-Entwicklers. Eine erste Anhörung ist für Januar angesetzt.

Williams hat im Frühjahr mit anderen, zuvor ebenfalls für Apple tätigen Chip-Experten die Firma Nuvia gegründet. Sie hat inzwischen über 50 Millionen US-Dollar Risikokapital eingesammelt, wie jüngst mitgeteilt wurde. Nuvia wolle leistungsfähige, zugleich stromsparende und sichere Chips für Serverprozessoren entwickeln, hieß es. Zu den Kapitalgebern gehöre auch die Investitionssparte von Dell. (lbe)