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Statt iTunes 12.7: "Business-Version" von iTunes hat den App Store noch

Apple hat ein Einsehen mit Kunden, die den iOS App Store gerne weiterhin auf dem Desktop nutzen wollen – ein versteckter Download mit der Versionsnummer 12.6.3 hilft.

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"Business-Version" von iTunes hat den App Store noch

Dieses Fenster bekommen iTunes-12.6.3-Nutzer nicht zu sehen.

(Bild: Apple)

iTunes 12.7 wird von vielen Profinutzern wenig geschätzt bis gehasst: Apple killte in seiner Medienverwaltung für macOS und Windows unerwartet den iOS App Store für den Desktop. Seither sind Download und Verwaltung von iPhone- und iPad-Programmen nur noch auf dem jeweiligen Gerät möglich. Doch augenscheinlich hat der Konzern mit dieser Kundengruppe nun ein Einsehen. Wie ein gut verstecktes Supportdokument auf Apple.com darlegt, liefert das Unternehmen nun eine "Business-Version" von iTunes aus, die den App Store weiterhin integriert.

Die Variante hört auf die Versionsnummer 12.6.3 – eine Stelle höher als die letzte "Consumer"-Variante (12.6.2) mit iOS App Store. Laut Apple ist iTunes 12.6.3 für die Verwendung mit iOS-11-Geräten vorbereitet und lässt sich auch noch installieren, wenn iTunes 12.7 bereits auf dem Rechner war – was sonst ein ziemliches Gewürge wäre. Ob eine in iTunes 12.7 geschlossene Sicherheitslücke im Zusammenhang mit der Auslesbarkeit von Backups geschlossen wurde, blieb zunächst unklar. Den Downloadlink für iTunes 12.6.7 listet Apple nur im Supportdokument – hier liegt die Mac-Version, zudem gibt es die PC-Varianten in 32-Bit- und 64-Bit-Geschmacksrichtung

"Nach der Fertigstellung der Installation können sie weiterhin mit iTunes Apps einspielen", erklärt Apple lapidar. Einen kleinen Nachteil gibt es: Neue Versionen von iTunes (dann vermutlich wieder ohne App Store) werden nach Installation von iTunes 12.6.3 nicht mehr angezeigt. Hier muss man dann den Download manuell anstoßen. Das dürfte Betroffene aber kaum stören. Apple schreibt in seinem Supportdokument, dass iTunes 12.6.3 für "Geschäftsumgebungen" gedacht sei – genau diese Kundengruppe dürfte neben Profis besonders über die Änderungen in iTunes 12.7 verärgert gewesen sein.

Neben iTunes 12.6.3 stehen für Profis auch noch der Apple Configurator zur Geräteverwaltung auf dem Mac sowie das übliche Volume Purchase Program (VPP) zum Masseneinkauf samt Deployment von Apps bereit. Doch beide Werkzeuge reichen eben nicht aus – zumindest bei "manchen Business-Partnern", die weiterhin iTunes zur Installation von Apps benötigten. Diesen – und anderen Profis – will Apple nun entgegenkommen. Ob für Normalnutzer mit iTunes 12.8 und Co. der iOS App Store auf den Desktop zurückkehrt, steht jedoch weiterhin in den Sternen. Apple hat sich bis dazu nicht zur Problematik geäußert.

[Update 09.10.17 14:13 Uhr:] Einen Stein hat Apple Rückkehrern in den Weg gelegt – wer iTunes zur Musikverwaltung verwendet und von iTunes 12.7 auf 12.6.3 umsteigt, kann seine Mediathek nicht öffnen, da iTunes 12.6.3 klagt, die Datei "iTunes Library.itl" sei mit einer neuen Version erstellt worden, was ja auch stimmt.

Dieses Problem lässt sich allerdings umgehen, indem man die von iTunes automatisch angelegte Backup-Datei verwendet, die zu iTunes 12.6.2 passt. Dazu muss zunächst bei geschlossenem iTunes die Datei "iTunes Library.itl" aus dem iTunes-Verzeichnis entfernt und das letzte Backup (mit Datum benannt) aus dem Ordner "Previous iTunes Libraries" in den iTunes-Ordner verschoben werden. Dann wird dieses in "iTunes Library.itl" umbenannt und iTunes gestartet. Weitere Details zur Rückkehr zu einer älteren iTunes-Mediathek listet Apple hier.

Achtung: Hat man mit iTunes 12.7 neue Songs hinzugefügt, müssen diese gegebenenfalls erneut in die Mediathek eingepflegt werden.

[Update 09.10.17 15:09 Uhr:] iTunes 12.6.3 erlaubt auch die direkte Verwaltung von Klingeltönen – eine Funktion, die iTunes 12.7 ebenfalls beschnitten hatte. (bsc)