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Streit um Kinderschutz-Apps: Apple gibt offenbar nach

Parental-Control-Anwendungen, die MDM- und VPN-Funktionen nutzen, werden wieder erlaubt, heißt es in Apples neuen App-Store-Regeln.

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Das Icon des App Stores (M) auf dem Schirm eines iPhones.

(Bild: dpa, Ritchie B. Tongo/EPA)

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Im Konflikt um die Zulassung diverser Kinderschutzprogramme für iOS scheint Apple auf die Hersteller zuzugehen – zumindest teilweise. Wie die New York Times berichtet, hat der iPhone-Hersteller bestimmte Funktionen, die zuvor zum Ausschluss solcher Apps aus dem App Store geführt hatten, wieder freigegeben. Das ist auch so in angepassten Richtlinien für den Softwareladen nachzulesen, wobei diese Apple-typisch interpretationsfähig sind.

Dabei geht es um zwei Features, die von Parental-Control-Apps gerne verwendet wurden: Die Umleitung des Datenverkehrs über ein Virtual Private Network (VPN), um Filter für Apps und Internet-Angebote zu implementieren, sowie die Fernkontrolle des Geräts mittels Mobile Device Management (MDM). Beide Funktionen hatte Apple zuvor an die Kandare genommen, weil sie auch hohes Missbrauchspotenzial in Sachen Datenschutz bieten.

In den nun angepassten Regeln 5.4 (VPN) und 5.5 (MDM) heißt es, "bestimmte Typen von Apps", darunter Kinderschutzprogramme, dürften eine VPN-API verwenden. In Sachen MDM will Apple "in eingeschränkten Fällen" Zulassungen für dieses Programmtyp erteilen. Dabei dürfen keinerlei Daten an Dritte weitergegeben werden.

So ist, wie eine Apple-Sprecherin gegenüber der New York Times angab, die Nutzung der Daten für Programme, die Kinder tracken oder Anzeigen für diese optimieren wollen, weiter verboten. Ob dies überhaupt passiert, wollte Apple nicht mitteilen. Zuvor waren über ein Dutzend Kinderschutz-Apps aus dem App Store gestrichen worden, weil sie MDM beziehungsweise VPN-Zugänge verwendet hatten. Die Hersteller hatten kritisiert, dass dies geschah, nachdem Apple sein eigenes Konkurrenzfeature, die sogenannte Bildschirmzeit, mit iOS 12 eingeführt hatte. Die Developer hatten daraufhin eine eigene API von Apple gefordert. Diesem Wunsch kam der Konzern bislang nicht nach.

Mit iOS 13 wird das Unternehmen das Tracking bei Apps, die für Kinder gedacht sind, grundsätzlich einschränken. So dürfen solche Programme weder Third-Party-Werbeplattformen noch Analysetools Dritter enthalten, wie auf Apples Developer-Seite nachzulesen ist. Dies dürfte einige Geschäftsmodelle unmöglich machen. (bsc)