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Studie: Apple-Mitarbeiter verdienen zu wenig, um Familien zu gründen

Die hohen Lebenshaltungskosten im Silicon Valley führen dazu, dass Frauen später Kinder bekommen. Besonders stark betroffen ist der iPhone-Konzern.

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Apple Park

Hübsch, aber in der Umgebung kann sich kaum jemand Wohnraum leisten: Apple Park in Cupertino.

(Bild: Apple)

Wer bei Apple arbeitet, dem sollte es eigentlich gut gehen. Kein Unternehmen ist wertvoller an den US-Märkten – und das iPhone ist seit Jahren eine Gewinnmaschine. Doch trotz ordentlicher Gehälter klagen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns über ein grundsätzliches Problem: Ihre Einnahmen reichen offenbar im teuren Silicon Valley nicht aus, eine Familie zu gründen beziehungsweise diese auf eine vernünftige wirtschaftliche Basis zu stellen.

Das geht zumindest aus einer Studie der Arbeitnehmer-App Blind hervor, die ähnlich wie Glasdoor und andere Anbieter erlaubt, die jeweilige Erwerbssituation anonym zu bewerten. Vom Problem hoher Lebenshaltungskosten sind demnach nicht nur Apple-Mitarbeiter betroffen, sondern fast alle Angestellten im Silicon Valley.

Allerdings ist das Problem bei Apple grundsätzlich größer. Insgesamt haben laut Blind 58 Prozent der Angestellten im Technikbereich im Silicon Valley ihre Familienplanung aus finanziellen Gründen nach hinten gerückt. Bei Apple liegt die Quote mit 69,11 Prozent aber noch signifikant höher. Cisco, eBay, Uber und Google landeten hinter Apple auf den Rängen 2 bis 5. Besser scheint es den Mitarbeitern des Datenbankspezialisten Oracle zu gehen, hier gründen nur 44,94 Prozent ihre Familie aufgrund der Einnahmesituation später als geplant.

Die Blind-Untersuchung deckt sich mit anderen Erhebungen. So kam in diesem Frühjahr heraus, dass Apple-Ingenieure sich ein Haus oder eine Wohnung am Firmensitz Cupertino längst nicht mehr leisten können. Der Hauspreis-Mittelwert für eine Einfamilienbehausung lag dort Anfang 2018 bei 1,16 Millionen US-Dollar. Bei durchschnittlichen Einnahmen von knapp 190.000 Dollar würde ein Kredit dafür 33 Prozent der Einnahmen im Monat auffressen, von der notwendigen Anzahlung ganz zu schweigen. Ohne Haus wiederum wird die Familiengründung schon aus Platzgründen schwierig.

Problematisch ist auch, dass die Kosten für das Großziehen eines Kindes in den USA immer stärker anziehen. Das gilt sowohl für Schul- und Unigebühren als auch für Versicherung und Kinderausstattung. Es zeige sich, dass es selbst gut verdienenden Angestellten von Apple oder Google schwerfalle, im Silicon Valley Wurzeln zu schlagen. (bsc)