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Südkoreas Wettbewerbsbehörde nimmt Apple unter die Lupe

Die Wettbewerbshüter auf Samsungs Heimatmarkt haben eine Untersuchung gegen den iPhone-Konzern eingeleitet – es geht wohl um Verträge mit Mobilfunkanbietern.

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(Bild: dpa, Kimimasa Mayama)

Die südkoreanische Wettbewerbsbehörde Korea Fair Trade Commission untersucht derzeit Apple in "bestimmten Angelegenheiten". Dies bestätigte der Chef der Behörde bei einer Anhörung des Parlaments mit, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Details zu der Untersuchung wurden nicht genannt.

Vorausgehenden Medienberichten zufolge stehen die Verträge zwischen Apple und lokalen Mobilfunkanbietern über den Vertrieb des iPhones im Mittelpunkt der Angelegenheit: Apple hat beispielsweise Mindestabnahmemengen mit den Netzbetreibern vereinbart sowie einen Anteil der Reparaturkosten auf diese abgewälzt, heißt es.

Laut Marktforschern ist Apple der erste ausländische Smartphone-Hersteller, der auf dem südkoreanischen Markt einen Anteil von über 20 Prozent erreichen konnte – mit der Einführung der größeren Modelle iPhone 6 und iPhone 6 Plus.

Im April hatte die Fair Trade Commission des Landes bereits die Verträge zwischen Apple und autorisierten Reparaturanbietern bemängelt: In diesen war festgeschrieben, dass der Konzern nach einem Streitfall über den Zeitraum von einem Jahr nicht verklagt werden darf, führte die Korea Times aus. Durch Apples Marktmacht hätten die Reparaturanbieter keine Wahl gehabt, außer diese Verträge anzunehmen. Apple hat die Klausel auf Anordnung der Behörde hin gestrichen.

Im April dieses Jahres sind auch französische Wettbewerbshüter gegen Apple vor Gericht gezogen, sie fordern eine Strafzahlung von über 50 Millionen Euro wegen illegaler Vertragsklauseln. Die Mobilfunkanbieter hätten sich dem iPhone-Hersteller praktisch unterwerfen müssen, so das Ministerium.

Zu den bemängelten Klauseln zählt, dass die Netzbetreiber angeblich für mindestens drei Jahre eine festgelegte Zahl an iPhones bestellen sowie Geld zur Bewerbung beisteuern müssen. Apple könne die Patente und Marken der Mobilfunkanbieter uneingeschränkt nutzen, so die Wettbewerbshüter, die Netzbetreiber seien hingegen an strikte Vorgaben zur Verwendung der Marke "Apple" gebunden. Auch bei Preisen und Tarifen bestimme der Hersteller mit.

Die Europäische Kommission hatte Apples Vertragswerk ebenfalls unter die Lupe genommen, eine offizielle Untersuchung wurde aber nicht eingeleitet. (lbe)