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Tatort Apple Store Kudamm: Was vom Einbruch übrig blieb

Auch zwei Monate nach dem spektakulären "Smash and Grab" in Apples deutschem Flagshipstore sind Spuren zurückgeblieben. Die mittlerweile hinter Schloss und Riegel sitzenden Diebe stellten sich Mitarbeitern zufolge nicht ganz schlau an.

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Es war der bislang ungewöhnlichste Diebstahl, den Apples deutsche Ladenkette erlebt hat: In der Nacht zum 23. Dezember verschaffte sich eine Einbrecherbande mit Hilfe eines Kleinwagens der Marke Opel Zutritt zum Berliner Retail Store am Kurfürstendamm. Der mittlerweile aufgeklärte "Smash and Grab" zerstörte die mittlere Tür des Ladens vollständig.

Die Schäden sind auch jetzt noch teilweise zu sehen, wie ein Ortsbesuch zeigte. So ist der Eingang weiterhin nur über die zwei äußeren Pforten möglich, die mittlere ist mit schwarz beklebtem Holz verrammelt. Auch an mehreren der teuren Steinplatten sind noch deutliche Schäden wahrnehmbar, sie sind eingedrückt und zersprungen.

Es ist unklar, wann die mittlere Tür ausgetauscht werden kann – es handelt sich um eine Spezialanfertigung. Apple Deutschland konnte keinen Termin nennen und wollte auch nicht mitteilen, wer der Lieferant ist. Zu den architektonischen Glasversorgern des Konzerns soll unter anderem der deutsche Anbieter Seele gehören.

Apple Store Kudamm: Nach dem Einbruch (5 Bilder)

Apple Retail Store Berlin, Außenansicht

Die mittlere Haupteingangstür ist weiterhin versperrt.

Offenbar ging es den Einbrechern bei ihrer Aktion vor allem um den großen Stapel mit aktuellen iPhones und iPads, der üblicherweise im rechten hinteren Ladenbereich lagert, um den Abverkauf der stark nachgefragten Hardware zu beschleunigen. Allerdings waren die dortigen Bestände in der Nacht hinter Schloss und Riegel im "Back of the house"-Bereich des Ladens. "Die Diebe haben das wohl nicht richtig ausgekundschaftet", kommentierte ein Apple-Store-Mitarbeiter grinsend.

Trotzdem sollen bis zu 20 fabrikneue Geräte entwendet worden sein, darunter MacBooks, iPhones und iPads, heißt es in lokalen Medienberichten. Auf den Tischen befanden sich zudem diverse Ausstellungsstücke. Apple hat einen guten Überblick über den Warenbestand, eine Rückverfolgung über Seriennummern stellt entsprechend kein Problem dar.

Auch das Weihnachtsgeschäft wurde von dem "Smash and Grab" nicht beeinträchtigt. Ein Team von Apple-Mitarbeitern begab sich am 23. Dezember direkt nach der Spurensicherung in den Laden und räumte auf. Entsprechend öffnete der Store nur wenige Stunden später als üblich. Unangenehm war lediglich, dass durch den Einbruch das Heizungsgebläse an den Türen kurzzeitig ausfiel, was insbesondere der Apple-Store-Mannschaft am Eingang ("Concierge") kalte Füße bescherte. (bsc)