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Telegram: DSGVO-Anpassungen wegen Apple-Blockade nicht möglich

Seit der von Russland angeordneten Sperrung des Messengers lässt Apple nach Angabe des Telegram-Chefs kein Update mehr zu – das führe zu Bugs mit iOS 11.4 und ausstehenden Anpassungen an die Datenschutzgrundverordnung.

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Telegram: DSGVO-Anpassungen wegen Apple-Blockade nicht möglich

Apple lässt Updates für den Messenger Telegram offenbar nicht mehr in den App Store: Probleme im Zusammenspiel mit der gerade veröffentlichten Version iOS 11.4 habe man schon vor Wochen behoben, könne die Aktualisierung aber für iOS-Nutzer nicht bereitstellen, wie Telegram-Chef Pavel Durov nun erklärte. Das sei auch der Grund dafür, dass geplante Anpassungen an die Datenschutzgrundverordnung für europäische Nutzer nicht zum Stichtag am 25. Mai umgesetzt werden konnten – zumindest in der iOS-Version, für Android sei das DSGVO-Update bereits erfolgt.

Apples Update-Blockade besteht angeblich seit der von Russland gegen Telegram verhängten Sperrung. Das Verbot sei erfolgt, weil man die für eine Entschlüsselung nötigen Keys nicht an die russischen Sicherheitsdienste herausgeben wollte, schreibt Durov auf Telegram – Apple “hat sich leider nicht auf unsere Seite geschlagen”. Obwohl in Russland nur sieben Prozent der Telegram-Nutzer ansässig seien, gelte Apples Update-Blockade seit Mitte April weltweit.

Russlands Kommunikationsbehörde hat Apple inzwischen dazu aufgefordert, auch keine Push-Benachrichtigungen mehr an Telegram-Nutzer in Russland zuzustellen. Die Regulierungsbehörde hat mit einem Eingreifen gedroht und Apple einen Monat Zeit gegeben. Die Telegram-App ist nach wie vor auch im russischen App Store zu finden. In China hat Apple im vergangenen Jahr viele Apps auf staatlichen Befehl hin aus dem App Store entfernt, darunter VPN-Dienste.

Apples Gründe für die Update-Blockade von Telegram sind vorerst unklar. Der Konzern ist in diesem Jahr schon einmal mit dem Messenger aneinandergeraten: Im Februar hatte Apple die populäre App plötzlich rausgeworfen, sie durfte aber einige Tage später zurückkehren. Damals hieß es von Seite des iPhone-Konzerns, man sei auf über Telegram verbreitete illegale Inhalte, darunter auch Kinderpornographie, aufmerksam gemacht worden. (lbe)