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"Tick different": Apple scheitert mit Klage gegen Swatch

Apple Watch

Medienvertreter testen die Apple-Uhr auf dem Apple Watch Event in Cupertino, Kalifornien.

(Bild: dpa, Monica Davey/Archiv)

Apple habe nicht nachweisen können, dass die eigene Marke "Think different" Schweizern immer noch bekannt ist, entschied das Gericht.

Schlappe für Apple im langjährigen Markenrechtsstreit mit dem Uhrenhersteller Swatch: Der iPhone-Konzern ist mit seiner Klage gegen Swatchs Markeneintrag "Tick different" beim Schweizer Bundesverwaltungsgericht gescheitert – die Beschwerde wurde abgewiesen.

Apple habe nur belegt, dass die eigene Marke "Think different" [1] zu Zeiten einer großangelegten Werbekampagne Ende der 90er Jahre auch in der Schweiz bekannt gewesen sein, schreibt der Richter in der Urteilsbegründung [2]. Für den Zeitraum nach 2006 habe der Konzern das aber nicht mehr glaubhaft nachweisen können.

Zwar habe Apple "Think different" ab 2009 auch in der Schweiz auf die iMac-Verpackung gedruckt und die Marke damit weiterhin eingesetzt, doch sei die "Anbringung in der Produktespezifikationsetikette" nicht als prominente Verwendung des Slogans zu werten – und lasse keine Rückschlüsse auf die Bekanntheit zu. Das Bundesverwaltungsgericht hat sich damit der vorausgehenden Entscheidung des Schweizer Instituts für Geistiges Eigentum angeschlossen, das Apples Einspruch gegen die Swatch-Marke bereits abgelehnt hatte.

Swatch verwendet "Tick different" für eine Armbanduhr mit NFC-Chip und Bezahlfunktion [3], die Marke deckt unter anderem Schmuck und Uhren ab. Seit Apples Eintritt in den Uhrenmarkt gibt es Streit zwischen den Unternehmen: Swatch ging 2014 gegen Apples Markenanmeldungen für "iWatch" vor, dies verletzte das zuvor eingereichte "iSwatch", hieß es damals. Apple brachte die eigene Uhr unter dem Namen Apple Watch (ab 399,90 €) [4] 2015 auf den Markt.

Swatch-Konzernchef Nick Hayek.

(Bild: dpa, Laurent Gillieron)

Neben "Tick different" ließ sich Swatch im Anschluss auch "One more thing" schützen – den typischen Satz, den Apple-Gründer Steve Jobs bei der Einführung neuer Produkte vorbrachte.

Smartwatches – allen voran die Apple Watch – und Fitnessuhren haben den Schweizer Uhrenmarkt im unteren Preissegment in den vergangenen Jahren unter Druck gesetzt. Marktforschern zufolge konnte Apple mit der Computer-Uhr schon mehr Umsatz einfahren als die gesamte Schweizer Uhrenindustrie [5].

(lbe [6])


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http://www.heise.de/-4358303

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Think-different-Apple-will-Markenschutz-erweitern-3120953.html
[2] https://www.bvger.ch/bvger/de/home/rechtsprechung/entscheiddatenbank-neuheiten.html
[3] https://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Swatchs-Tick-different-Apple-sieht-Markenrechte-verletzt-3682382.html
[4] https://www.heise.de/preisvergleich/apple-watch-series-4-gps-aluminium-44mm-grau-mit-sportarmband-schwarz-mu6d2fd-a-a1887167.html?hocid=mac-and-i&wt_mc=intern.mac-and-i.textlink-pvg.pvg_a1887167
[5] https://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Marktforscher-Apple-Watch-sorgt-fuer-mehr-Umsatz-als-Schweizer-Uhrenindustrie-3965446.html
[6] mailto:lbe@heise.de