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Tim Cook: Ein Billig-iPhone war nie das Ziel

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Apple-Chef Tim Cook auf der D11-Konferenz

(Bild: dpa, Asa Mathat | D: All Things Digital)

Tim Cook hat sich in einem Interview des US-Magazins Bloomberg Businessweek erstmals zum Preis des iPhone 5c geäußert: Es sei nie das Ziel gewesen, ein Billig-iPhone zu verkaufen, erklärte der Apple-Chef – das Hauptziel des Unternehmens liege darin, ein "großartiges Telefon" sowie ein "großartiges Erlebnis" zu bieten und man habe einen Weg gefunden, dies zu einem geringeren Preis umzusetzen. Nach Cooks Ansicht teilt sich der Smartphone-Markt in zwei Hälften – ein Billigsegment und ein hochpreisiges Segment. Beide Teile seien so groß und genug anspruchsvolle Nutzer vorhanden, so dass Apple ein sehr gutes Geschäft machen könne. "Es gibt immer einen großen Ramsch-Teil des Marktes", so Cook – "wir sind nicht im Ramsch-Geschäft".

Das iPhone 5c kostet mit 16 GByte Speicherplatz knapp 600 Euro und liegt damit nur 100 Euro unter dem neuen Spitzenmodell iPhone 5s – diese Preisstrategie hatte das Unternehmen bereits in den vergangenen Jahren verfolgt, indem das Vorjahresmodell jeweils um 100 Euro reduziert angeboten wurde. Viele Beobachter erwarteten, dass Apple mit einem billigeren iPhone auf das mittlere Marktsegment zwischen 300 und 500 Euro abzielen könnte – das Unternehmen verkauft in diesem Segment aber weiterhin das inzwischen zwei Jahre alte iPhone 4s für knapp 400 Euro.

Androids Fragmentierung in viele unterschiedliche Versionen sei ein sich verstärkendes Problem, glaubt der Apple-Chef – es zeige sich bei den Entwicklern auf, es trete für Endnutzer in Erscheinung, die bestimmte Apps nicht nutzen können und es tauche in Form von Sicherheitslücken auf, die nicht mehr geschlossen werden. Die Analogie, dass Android zu iOS ist, was Windows zu Mac OS in den 90ern war, hält Cook für irreführend – Microsoft habe die Dinge gleich gehalten, der Level an Fragmentierung sei nicht hoch gewesen. Inzwischen versuchen "alle", Apples Strategie zu übernehmen, fügte Cook unter Verweis auf Googles Kauf von Motorola und die Nokia-Übernahme durch Microsoft an. "Ich glaube, Nokia erinnert jeden in diesem Geschäft daran, dass man weitere Innovationen liefern muss – nicht mehr innovativ zu sein, bedeutet sterben", so Cook.

Design-Chef Jony Ive betonte, man habe sich nicht einfach irgendwelche Technik herausgesucht, um diese zur Feature-Liste hinzuzufügen – stattdessen gehe es um eine "große Idee", so Ive in Bezug auf den Fingerabdruck-Scanner des iPhone 5s. Um diese Idee umzusetzen, mussten zahlreiche Probleme gelöst werden. "'Neu' ist einfach, 'richtig' ist hart", zitiert Businessweek den Software-Chef Craig Federighi – dieser arbeitet eng mit Ive zusammen, seit Tim Cook die Führungsspitze im vergangenen Herbst umgebaut hatte. Ive ist nun neben der Hardware auch für das Design der Software zuständig – und hat das Erscheinungsbild von iOS mit der neuen Version 7.0 umgekrempelt.

[Update 19.09.2013 17:15 Uhr:] USA Today hat ein weiteres Interview mit Jony Ive und Craig Federighi veröffentlicht. Bloomberg Businessweek lieferte zudem mittlerweile Cooks Befragung im Wortlaut nach und bringt einige "Outtakes" aus seinen Gesprächen mit Cook, Ive und Federighi.

[Update 26.09.2013 13:15 Uhr:] Auch das gesamte Interview mit Ive und Federighi aus Bloomberg Businessweek steht nun transkribiert bereit. (lbe)