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Tim Cook: Musik verliert die Menschlichkeit

Für den Apple-Chef muss Musik auch im digitalen Zeitalter "Kunst und Handwerk" sein. Der Konzern will sich so von Spotify & Co. absetzen.

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Tim Cook

Apple-Boss Cook ist auch Herrscher über ein Musik-Imperium.

(Bild: dpa, Christoph Dernbach/Archivbild)

Apple-CEO Tim Cook sieht die algorithmische Musikauswahl bei Streamingdiensten kritisch. In einem Interview meinte er nun – ohne den Hauptkonkurrente Spotify direkt zu erwähnen –, Apple fürchte, dass so der Musik "die Menschlichkeit ausgepresst" werde. "Sie wird zu einer Bits-und-Bytes-Welt statt einer Welt der Kunst und des Handwerks." Apple setzt bei seinem eigenen Dienst Apple Music deshalb verstärkt auf menschliche Kuratoren, die den Nutzern passende Playlists offerieren.

Cook betonte in dem Gespräch mit dem US-Wirtschaftsblatt Fast Company, wie wichtig Musik für ihn selbst sei. Er könne kein Training ohne Musik absolvieren. "Die inspiriert und motiviert mich, sie ist es, die mich in der Nacht beruhigt. Ich denke über Musik wie etwas, das besser als jede Art von Medizin ist." Grundsätzlich gehe es Apple bei Apple Music nicht um Profite: "Wir machen das nicht wegen des Geldes."

Der Konzern kann Apple Music also aus anderen Einnahmequellen querfinanzieren. Spotify, das kürzlich trotz Verlusten an die Börse ging, kann das nicht – der Musikdienst lebt von Abogebühren und Werbeeinnahmen seines Gratisdienstes.

Aktuell ist Spotify weltweit aber noch vor Apple. So soll Apple Music derzeit rund 50 Millionen zahlende Mitglieder haben, Spotify knapp über 80 Millionen. Der aus Schweden stammende Dienst sieht in seinem singulären Geschäftsmodell einen Erfolgsfaktor: Statt wie Apple auch noch Hardware, Software und allerlei Dienste zu verkaufen, geht es bei Spotify laut Chef Daniel Ek nur um Musik. "Das ist alles, was wir Tag für Tag und Nacht für Nacht tun", sagte er Fast Company.

Sein Ziel sei außerdem, dass es einer Million Musiker gelinge, ihren Lebensunterhalt mit Spotify zu verdienen. Bislang zahlt allerdings Apple größere Umsatzanteile an Künstler und Labels als die Schweden. Dort sieht man in der Konkurrenz mit Apple eine Motivation. Das Arbeiten mit engen Margen sorge dafür, dass man disziplinierter vorgeht, sagt Ek. (bsc)