Tim Cook im Interview: "Google ist unser Hauptkonkurrent"

In einem TV-Gespräch betonte Cook, Apple hätte ein größeres iPhone schon vor Jahren auf den Markt bringen können – man wolle aber der Beste und nicht der Erste sein. Angesprochen wurde neben der Apple Watch auch Steve Jobs.

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Der US-Journalist Charlie Rose hat Teil 1 eines zweiteiligen Interviews mit Tim Cook veröffentlicht. In dem knapp einstündigen Gespräch erklärt der Apple-Chef, er erwarte ein "enormes" Kaufinteresse an iPhone 6 und iPhone 6 Plus, sowohl unter iPhone-Besitzern als auch bei Android-Nutzern.

Apple-Chef Tim Cook bei der Vorstellung der Apple Watch

(Bild: dpa, Monica Davey)

Die größeren Bildschirme der neuen iPhone-Generation erachtet Cook nicht als Reaktion auf die von Samsung und anderen Herstellern vorangetriebene Gattung der "Phablets": Apple hätte schon vor Jahren ein größeres iPhone auf den Markt bringen können, so Cook, aber erst jetzt sei die Zeit wirklich reif – in Hinblick auf Bildschirm- und Akkutechnik.

Der Konzern wolle nicht der Erste, sondern stets der Beste sein. Auch bei iPod, iPhone und iPad war man längst nicht das erste Unternehmen mit der jeweiligen Gerätekategorie, aber habe doch den ersten "modernen MP3-Player", das erste "moderne Smartphone" und das erste "moderne Tablet" entwickelt. Cook erwartet, dass die Apple Watch diese Rolle im noch jungen Smartwatch-Segment spielen wird.

In einem Nebensatz erklärte Tim Cook außerdem, dass sich die Apple Watch auch ohne iPhone nutzen lässt – beispielsweise, um beim Laufen Musik zu hören. Dafür sind dann Bluetooth-Kopfhörer erforderlich.

Als Konkurrenten erachtet der Apple-Chef nur Google – Samsung sei zwar die "beste Hardware-Firma" für Android, aber das Betriebssystem liefere eben Google. Amazon sei keine Produkt-Firma, erläuterte Cook und Facebook sehe er als Partner. Apple habe nicht die Absicht, sich im Bereich sozialer Netzwerke zu betätigen.

Auf Nachfrage zur 3-Milliarden-Dollar-Übernahme von Beats antwortete Cook, er stehe nun zu 100 Prozent hinter Musik-Abo-Diensten. Besonders wichtig sei dabei die Kuration der Musik – beim Ausprobieren der Beats-Music-App habe er es "fühlen" können.

Zum wiederholten Male bekräftigte Cook das Interesse am TV-Markt. Er sehe sich in die 70er zurückversetzt, wenn er mit seinem Fernseher interagiere. Apple arbeite außerdem an Produkten, über die es noch nicht einmal Gerüchte gebe – manche davon werde man bis zur Marktreife bringen, andere wiederum während der Entwicklung einstellen.

Der Apple-Chef erzählte zudem, dass Steve Jobs' Büro noch unangetastet in der Firmenzentrale existiert – selbst das Namensschild hänge noch an der Tür. Jobs sei auch ein großartiger Lehrer und Mentor gewesen, so Cook – für ihn und viele andere. Über diese Seite des verstorbenen Apple-Gründers habe er noch nie etwas gelesen.

Der zweite Teil des Interviews soll in der Nacht auf Dienstag erscheinen. (lbe)