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Tim Cook in Indien: Hoffen auf den Subkontinent

Indien soll nach China Apples neuer Wachstumstreiber werden. Der Apple-Chef nahm sich in der letzten Woche extra viel Zeit für die Region.

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Cook beim Besuch einer indischen Frauenhochschule, die ein neues Mac-Labor erhalten hat.

(Bild: Twitter / Tim Cook / Apple)

Viel Schlaf kann Apple-Chef Tim Cook in der Nacht zum letzten Mittwoch nicht bekommen haben. Erst gegen Mitternacht war er im indischen Mumbai (früher Bombay) gelandet, wie die indische Zeitung Economic Times erfahren hatte. Am Morgen verließ er noch in der Dämmerung sein Hotel, um einen nahe gelegenen Tempel zu besuchen. Dieser Besuch, ebenso wie seine Landung am Vorabend, fand ohne Vorankündigung statt. Lediglich Fotos der Zeitung Indian Express, aufgenommen aus einiger Entfernung, zeugten davon.

Apple hat in Indien Großes vor – und Cook nahm sich mehrere Tage Zeit. "Ich sehe Indien da, wo China vor sieben bis zehn Jahren stand. Ich glaube, dort liegen sehr große Chancen", sagte er erst Ende April in einem Gespräch mit Analysten.

Indien ist für Apple ein Markt mit zwei Gesichtern. Die Chancen sind angesichts von mehr als 500 Millionen Einwohnern im Alter von 25 Jahren oder jünger immens. Doch das Konzept des Konzerns, aus Elektronikartikeln Luxusgüter zu machen, funktioniert bisher nur auf sehr kleiner Flamme. Das gilt besonders für das wichtigste Produkt des Konzerns, das iPhone.

Beim Besuch Cooks kündigte Apple ein Start-up-Förderprogramm in Bangalore für 2017 an. Dort sollen Entwickler, die Apps für Apples Betriebssystem iOS programmieren, spezialisierte Unterstützung sowie Zugang zu wichtigen Software-Werkzeugen erhalten. "Indien ist die Heimat einer der lebendigsten und unternehmerisch stärksten iOS-Entwickler-Communities der Welt", lobte Tim Cook laut einer Mitteilung.

Der Apple-Chef traf sich außerdem mit dem indischen Premierminister Narendra Modi, mit dem er eine neue App einführte, die Indern leichteren Zugang zur Regierung geben soll. Cook kam außerdem mit Bollywood-Stars zusammen und traf Kreative. Zudem gab er ein Interview, in dem er an die Beziehung seines verstorbenen Vorgängers Steve Jobs zu dem Land erinnerte.

Besonders große Resonanz fand in Indien die Nachricht, dass Apple ein Entwicklungszentrum für digitale Karten in Hyderabad eröffnen wird. Die Karten-App des iPhones hat im Land immer noch große Probleme. Twitter-Nutzerin Lindsay Pereira schrieb am Mittwoch, Tim Cook sei eigentlich auf dem Weg zum örtlichen Strand "Chowpatty" gewesen und nur versehentlich an einem Tempel gelandet: "Apple Maps hat ihn dorthin gebracht." (Stefan Mauer, dpa) / (bsc)