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Tim Cook will keine Apple-Kryptowährung

Unternehmen sollte nicht erlaubt sein, durch eigene Digitalwährungen mehr Macht zu erlangen, so der Apple-Chef mit einem Seitenhieb auf Facebooks Libra.

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Apple Pay war Ende 2018 in Deutschland gestartet. In den USA bietet der iPhone-Konzern auch eine Kreditkarte ("Apple Card") an.

(Bild: dpa, How Hwee Young/EPA)

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Spekulationen über eine neue Kryptowährung von Apple hat Konzernchef Tim Cook klar zurückgewiesen: Er sei fest davon überzeugt, dass Währungen in der Hand von Staaten verbleiben müssen, betonte Cook in einem Interview mit der französischen Wirtschaftszeitung Les Échos. Auf die Frage, ob Apple beabsichtige, eine eigene Digitalwährung aufzulegen, antwortete der Apple-CEO mit einem knappen "Nein".

Apples jüngster größerer Vorstoß mit einer Apple-Kreditkarte in das Geschäft mit Finanzdienstleistungen hatte unter Analysten die Vermutung ausgelöst, auch der iPhone-Konzern könnte eine eigene Währung planen – ähnlich wie Facebook mit Libra. Apple betreibt zudem den Bezahldienst Apple Pay und Apple Cash – zum direkten Austausch von Geldbeträgen zwischen Nutzern. Zusätzlich befeuert wurden die Spekulationen durch einen Kommentar der Apple-Pay-Managerin, der Konzern beobachte Kryptowährungen.

In einem Seitenhieb auf Facebooks geplante Digitalwährung erklärte Cook, privaten Firmen sollte es nicht erlaubt sein, auf diese Weise "mehr Macht zu erlangen". Geld müsse ebenso wie die Landesverteidigung in der Hand von Staaten verbleiben. "Wir wählen unsere Abgeordneten, um Regierungsverantwortung zu übernehmen", so Cook gegenüber Les Echos, im Unterschied dazu würden Unternehmen schließlich nicht gewählt und dürften deshalb auch nicht in diesen Sektor vorstoßen.

Der bei Facebook für Libra zuständige Manager hatte jüngst Bedenken an der Digitalwährung zurückgewiesen: Libra greife nicht in die Hoheit von Notenbanken ein, weil kein neues Geld ausgegeben werde – dies bleibe souveränen Staaten vorbehalten.

Die Kritik an zunehmender Macht und einer Ausnutzung der dominanten Position durch die IT-Konzerne Google, Apple, Facebook und Amazon wies der Apple-Chef in Hinblick auf das eigene Unternehmen ebenfalls zurück. Manche der Konkurrenten hätten sich möglicherweise "arrogant verhalten" – deshalb sei die Kritik überhaupt erst entstanden.

Apples Marktanteil sei aber viel zu gering, als dass man sich auf ein Monopol zubewegen könne, das stecke auch nicht in der DNA des Unternehmens, so Cook. Apples strikte Kontrolle über den Vertrieb von iPhone-Apps und die App-Store-Vorgaben geriet in den vergangenen Monaten zunehmend unter Beschuss und beschäftigt inzwischen auch Regulierungsbehörden.

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(lbe)