Menü
Mac & i

Toxine: n-Hexan und Benzol in Apples Herstellung nun verboten

Der iPhone-Hersteller räumt unter seinen chinesischen Endfertigern auf und will nicht mehr, dass die gefährlichen Giftstoffe eingesetzt werden. Außerdem soll der Firma nun ein Beratungsausschuss helfen, toxische Chemikalien zu vermeiden.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 48 Beiträge

Benzol und n-Hexan sind keine Substanzen, mit denen man längeren Umgang pflegen sollte – so führen sie zu Nervenschäden, gelten als krebserregend und sind schon beim Einatmen gefährlich. Trotzdem werden beide Stoffe in der Produktion von IT-Geräten weiterhin eingesetzt, etwa zur Polierung von Bildschirmen.

Bei Apple sollen die Gifte nun aus der Produktion bei den asiatischen Zulieferbetrieben verschwinden. Wie der iPhone-Hersteller gegenüber US-Medien bestätigte, wurde eine vier Monate andauernde Untersuchung zu dem Thema durchgeführt. Zwar habe man in insgesamt 22 Fabriken keine direkten Sicherheitsprobleme festgestellt, doch wolle man nicht, dass es in Zukunft zu Schwierigkeiten kommt. Ob bereits die Herstellung des für September erwarteten "iPhone 6" betroffen ist, wurde nicht mitgeteilt. Möglicherweise ist es dafür zu spät.

Betroffen soll zunächst die Endmontage von iPhone und iPad sein, in frühen Stufen der Lieferkette können die Stoffe dagegen weiterhin eingesetzt werden. Allerdings setzt Apple hier die erlaubte Menge herunter.

Apple-Boss Cook bei einem Besucher eines Lieferanten in China.

(Bild: Apple)

Umweltverbände wie "Green America" hatten zuvor gefordert, dass Apple die Verwendung von Benzol und n-Hexan verbieten soll. Schutzvorkehrungen, wie sie in Apples Verhaltenskodex für Lieferanten stehen, seien nicht ausreichend. Laut Apples eigenem Lieferantenbericht soll es vor einigen Jahren zu Arbeitsunfällen mit N-Hexan-Gas gekommen sein. Dabei wurden über 100 Arbeiter verletzt.

Apples Umweltchefin Lisa Jackson, die vormals die amerikanische Umweltschutzbehörde geleitet hatte, teilte in einem Brief auf Apple.com mit, dass der Konzern auch künftig weitere gefährliche Chemikalien identifizieren und gegebenenfalls aus dem Produktionsprozess nehmen will. Dazu soll ein neuer Beratungsausschuss mit Fachleuten eingesetzt werden. Apple veröffentlichte zudem erstmals seine konkreten Sicherheitsvorgaben für Lieferanten. (bsc)