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Tracking: Apples neuer Safari-Privatsphärenschutz kostet Werber richtig Geld

Die "Intelligent Tracking Prevention" könnte Reklamefirmen "Hunderte Millionen US-Dollar" kosten, glauben Fachleute. Die Funktion steht seit iOS 11 und macOS 10.13 bereit.

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Tracking: Apples neuer Safari-Privatsphärenschutz kostet Werber richtig Geld

Tracking-Einstellungen in Safari unter iOS.

(Bild: Apple)

Vertreter der Werbeindustrie haben ihre Kritik am neuen Privatsphärenschutz im Apple-Browser Safari erneuert. Die sogenannte Intelligent Tracking Prevention (ITP), die seit iOS 11 beziehungsweise macOS 10.13 auf iPhone, iPad, iPod touch und Mac zur Verfügung steht, soll dafür sorgen, dass Nutzer nicht mehr über Wochen und Monate mit Hilfe von Cookies durchs Web verfolgt werden können. Dazu wird das sogenannte Cross-Site Tracking mit verschiedenen Tricks, darunter auch KI-Ansätzen, erschwert.

Die neue Datenschutztechnik könnte dazu führen, dass Werbe- und Adtechfirmen "Hunderte Millionen US-Dollar verlieren", schreibt die britische Zeitung Guardian unter Berufung auf Branchenfachleute. Die Reklametechnikfirma Criteo, eine der größten in der Industrie, warnte, ITP könne zu mindestens einem Fünftel weniger Umsatz führen. Safari hat einen globalen Browsermarktanteil von knapp 15 Prozent und ist insbesondere im Mobilgeschäft stark, da die Software der Standardbrowser auf dem iPhone ist.

Dennis Buchheim, General Manager im Techniklabor der Werbelobbyorganisation Interactive Advertising Bureau (IAB), sagte, man erwarte ähnliche "negative Auswirkungen" bei "einer Reihe von Firmen" wegen der Tracking-Änderungen in Safari. Apple werde ITP nicht abschalten und mit der Zeit sogar noch weiterentwickeln. Er erwarte, dass es "fortgesetzte Versuche" geben werde, ITP auszutricksen.

Das IAB empfehle aber auf kurze Sicht "nachhaltigere und verantwortungsvollere Ansätze". Daneben möchte das IAB mit der Industrie – idealerweise inklusive Apple – zu einer Übereinkunft kommen, Trackingmethoden über mehrere Geräte hinweg zu entwickeln, die "auch kundenfreundlich" seien.

Erste Maßnahmen gegen ITP hatte bereits Google ergriffen. Im vergangenen Oktober empfahl der Konzern Teilnehmern seines Werbeprogramms, unter anderem über den Analysedienst Analytics Ausweichmöglichkeiten zu finden sowie verstärkt auf First-Party-Cookies, also Cookies, die vom eigentlichen Server kommen, zu setzen. Apple hatte die Werbebranche bereits mit der Zulassung von sogenannten Content Blockern unter iOS und später macOS in Aufruhr versetzt, mit denen Werbung ausgefiltert werden kann. (bsc)