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Transparenzbericht: Apple hat offenbar ersten National Security Letter erhalten

Zum ersten Mal hat Apple den Erhalt eines National Security Letters im halbjährlichen Transparenzbericht aufgeführt. Die Zahl der Anfragen der US-Regierung zur nationalen Sicherheit stieg außerdem erneut sprunghaft an.

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(Bild: dpa, Monica Davey)

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Apple hat einen neuen Transparenzbericht zu Anfragen staatlicher Stellen veröffentlicht, der das zweite Halbjahr 2016 abdeckt. Zum ersten Mal seit der Einführung dieser "Transparency Reports" im Jahr 2014 protokolliert der Bericht des Unternehmens den Erhalt eines National Security Letters (NSL). Diese Anordnungen erlauben Regierungsbehörden wie dem FBI die Herausgabe von bestimmten Metadaten zu verlangen, ohne dafür eine richterliche Anordnung zu benötigen.

Unternehmen dürfen die Öffentlichkeit gewöhnlich nicht über die NSLs informieren, laut Apple wurde die Geheimhaltungsverpflichtung in diesem Fall aber aufgehoben – Details wurden bislang jedoch nicht genannt.

Nach Angabe des iPhone-Herstellers stieg auch die Zahl der Anfragen von US-Regierungsbehörden zur nationalen Sicherheit (National Security Requests) sprunghaft an – auf nun zwischen 5750 und 5999 Stück. Davon seien zwischen 4750 bis 4999 Accounts betroffen gewesen. Genauere Angaben dürfe man nicht veröffentlichen, so der Konzern Apple.

Ein Großteil der Anfragen von staatlichen Stellen erfolgte laut Apple erneut im Zusammenhang mit Diebstahl und Verlust von Geräten sowie Ermittlungen zu Betrugsfällen. So stehe etwa die hohe Zahl der Anfragen aus Deutschland und anderen Ländern wie China mit der Untersuchung von Diebstählen in Zusammenhang. Aus Deutschland habe man auch zahlreiche Anfragen zu “Financial Identifier Requests” erhalten, schreibt Apple – dabei ging es um Untersuchungen zu Betrugsfällen mit iTunes-Karten und die Abfrage von Informationen zu zugehörigen Transaktionen.

Anfragen nach iCloud-Inhalten wie Fotos, E-Mails und Geräte-Backups sind laut Apple relativ selten und stammen überwiegend aus den USA. Man habe insgesamt im zweiten Halbjahr 2016 weltweit 2231 Anfragen zu Account-Informationen erhalten, führt der Konzern auf, in 410 Fällen habe man Inhalte ausgeliefert.

Jeder Fall werde von der Rechtsabteilung geprüft betont Apple, nur wenn eine “valide juristische Grundlage” bestehe, werde die “kleinstmögliche Menge an Daten” herausgegeben. iCloud-Daten – darunter die automatisch erstellten Backus – liegen zwar verschlüsselt auf Apples Servern, der Konzern besitzt aber den Schlüssel und kann die Daten entsprechend herausgeben. Derzeit sind lediglich einzelne Dienste wie der iCloud-Schlüsselbund zusätzlich abgesichert, so dass Apple diese theoretisch nicht entschlüsseln kann. Auch iMessage und FaceTime sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt, die über den Messenger ausgetauschten Nachrichten landen aber im iCloud-Backup. (lbe)