Trotz Trumps Klimaausstieg: Tim Cook besucht "Tech Summit" im Weißen Haus

Während Elon Musk Donald Trump nicht mehr beraten will, wird der Apple-Chef offenbar einer von Trump-Schwiergersohn Kushner geleiteten Technikkonferenz beiwohnen. Auch die Bosse von Microsoft und Amazon sind angeblich dabei.

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Apple-Chef Cook

Apple-Chef Cook bei einer Keynote seines Unternehmens.

(Bild: dpa, Marcio Jose Sanchez)

Von
  • Ben Schwan

Tim Cook will den Kommunikationskanal zum Weißen Haus auch nach Donald Trumps vielkritisiertem Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen aufrechterhalten. Wie die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg meldet, wird der Apple-Chef Ende des Monats an einer "Tech Summit" im Amtssitz des US-Präsidenten teilnehmen, die von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner geleitet wird. Es ist das erste Treffen des "American Technology Council". Das Beratergremium soll dem Weißen Haus Vorschläge unterbreiten, wie die USA technisch innovativ bleiben können.

Cook hatte zuvor versucht, Trump telefonisch davon zu überzeugen, das Pariser Klimaabkommen nicht zu verlassen. Nach der Entscheidung, die von vielen US-amerikanischen Tech-CEOs kritisiert wurde, hatte unter anderem Tesla-Chef Elon Musk seine Beratertätigkeit für Trump niedergelegt. Cook hatte auf Twitter und in der weiteren Öffentlichkeit Druck verspürt, ebenso zu handeln, sich aber zunächst nicht zu einer entsprechenden Entscheidung geäußert. In einem Interview nach der WWDC-2017-Keynote hatte Cook dann mitgeteilt, er halte "Ratgebergremien und Kommissionen" für nicht "furchtbar produktiv".

Cook scheint nicht der einzige hohe amerikanische Technikmanager zu sein, der an Trumps "Tech Summit" teilnehmen wird. Laut Bloomberg sollen auch Microsoft-CEO Satya Nadella und Amazon-Boss Jeff Bezos zugesagt haben. Letzteres ist auch deshalb pikant, weil Bezos die vom Weißen Haus als sehr Trump-kritisch empfundene Zeitung Washington Post besitzt. Oracle-Co-Chefin Safra Catz und IBM-Chefin Ginni Rometty sind offenbar auch dabei. Google schickt angeblich seinen Aufsichtsratsvorsitzenden Eric Schmidt, aber keinen operativen Manager.

Facebook-Vertreter sind angeblich ebenfalls eingeladen, sollen aber bislang noch nicht zugesagt haben. Insgesamt sind elf Firmen zu der am 19. Juni stattfindenden Veranstaltung eingeladen. Cook hatte in einem Memo an seine Mitarbeiter im vergangenen Dezember mitgeteilt, es sei bedeutsam, sich in der Politik einzubringen, statt am “Spielfeldrand” zu verharren. Apples Arbeit mit Regierungen sei sehr wichtig, weil Regierungen “unsere Fähigkeiten beeinflussen können, das zu machen, was wir tun”, schrieb er. Apples Fokus liege auf Datenschutz, Sicherheit, Bildung, der Stärkung der Menschenrechte, Umweltschutz und Maßnahmen gegen den Klimawandel. (bsc)