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True-Depth-Kamera: Snapchat-App nutzt iPhone-X-Gesichtserkennung

"Exklusive Gesichtsfilter" lassen sich punktgenau aufs eigene Selfie projizieren. Snapchat nutzt dazu die von Apple zur Verfügung gestellte API, die 50 verschiedene Gesichtsbewegungen erkennen kann.

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True-Depth-Kamera: Snapchat-App nutzt iPhone-X-Gesichtserkennung

Beispiele für die Snapchat-Filter.

(Bild: Entwickler)

Die aktuelle Version der Snapchat-App für iOS bringt nun spezielle Filter für Besitzer des iPhone X mit. Diese setzen die in dem Gerät verbaute True-Depth-3D-Kamera ein, die auch für die Gesichtserkennung Face ID verwendet wird.

Apple bietet Entwicklern seit iOS 11 eine API an, die gut 50 verschiedene Gesichtsbewegungen auf dem iPhone X erfassen kann, etwa wenn der Mundwinkel nach unten gezogen wird – zudem erkennt sie das Gesicht im Raum. Snapchat nutzt die Schnittstelle, um eine von drei Augmented-Reality-Masken über das Gesicht zu des Benutzers legen. Dies soll deutlich genauer erfolgen als auf anderen iPhone-Modellen, wo nur die Frontkamera zur Erfassung verwendet wird.

Die sogenannten Linsen umfassen unter anderem eine Wrestler-Maske aus den Achtzigern, eine Tiara sowie eine mit virtuellen Edelsteinen besetzte Gesichtsmaske, die sich auf Knopfdruck aktivieren lassen. Um die Optik realistischer zu gestalten, wird das Bild mit einem leicht verschwommenen Hintergrund versehen. Nutzer können sowohl Standbilder als auch kurze Videos mit den Linsen erstellen.

Apple hatte betont, dass Apps, die das True-Depth-Modul nutzen wollen, einer genaueren Analyse durch das App-Store-Team unterzogen werden. Gesichtserkennungsdaten (sprich: die Face-ID-Repräsentation) stehen Apps nicht zur Verfügung, diese liegen verschlüsselt auf dem Gerät selbst. Allerdings bietet die API Facial-Mapping-Daten an.

Entwickler hatten im Dezember davor gewarnt, dass es hier ein Missbrauchspotenzial geben könnte. Ein Hackerteam hatte zudem ein Proof-of-Concept-Modell gezeigt, wie sich die Gesichtserkennung auch für ein Echtzeitwerbetracking nutzen lassen könnte. Dabei ließe sich die Reaktion auf eine Anzeige über die True-Depth-Kamera erfassen. (bsc)